XYZ


Zählmaße für Getreidegarben
1 Drag = 20 Schoof = 60 Garben, ungedroschen

Zehnte / Zehntleistung
ehemalige Kirchensteuer. 1/10 des Ertrages (Korn und Vieh zuerst in natura später in Geld) ging an die Kirche. Dieser Zehnte wurde wiederum in drei gleiche Teile geteilt: einen bekam der Bischof, einen die Kirche und den dritten der Prediger oder Kirchherr.
Die Einführung des Zehnten führte bei den Gläubigen zur Ablehnung des Christentums und wurde von der Kirche mit Gewalt erzwungen. 1187 wurde der Zehnte durch Bischof Waldemar von Schleswig endgültig eingeführt.

Zehrung
Verköstigung bei Festen. Aber auch Kost auf Reisen = Wegzehrung.

Zeitalter und Epochen
Altertum
Bis Mitte des 4. Jahrtausends v. Chr.
Antike
Etwa 1000 v. Chr. bis ca. 600 n. Chr.

Steinzeit
Altsteinzeit etwa 2.500.000 bis 8000 v. Chr.
Mittelsteinzeit etwa 8000 bis 5500 v. Chr.
Jungsteinzeit etwa 5500 - 4900 v. Chr.
Kupfersteinzeit
Etwa 4900 bis 2000 v. Chr.
Bronzezeit
Frühe Bronzezeit etwa 2000 bis 1600 v. Chr.
Mittlere Bronzezeit etwa 1600 bis 1300 v. Chr.
Späte Bronzezeit etwa 1300 bis 800 v. Chr.
Eisenzeit
Frühe Eisenzeit etwa 800 bis 450 v. Chr.
Späte Eisenzeit 450 bis Ende des 1. Jh. v. Chr.
Völkerwanderung
Ca. 400 - 480 n. Chr.
Spätantike
284 n. Chr. bis 565 n. Chr. (300 - 600 n- Chr.)

Mittelalter
Frühmittelalter 6. bis 10 Jahrhundert nach Chr.
Hochmittelalter 10. Jh. bis 1250 n. Chr.
Spätmittelalter 1250 bis ca. 1500 n. Chr.
Renaissance
Frührenaissance 1420 - 1500 n. Chr.
Hochrenaissance 1500 - 1560 n. Chr.
Spätrenaissance 1560 - 1610 n. Chr.
Reformation
1517 - ca. 1550
Gegenreformation
Etwa 1540 - ins 18. Jh. n. Chr.
Kolonialismus
Beginn des 15. Jh. bis 1945
Absolutismus
Erste Hälfte des 17. Jh. bis ins 18. Jh. (1648 - 1789)
Aufklärung
17. - 18. Jh. n. Chr.
Gründerzeit
Um 1870 (1850 - 1873)
Industriezeitalter
Ab 1850 - 1970/80
Zweite industrielle Revolution
a) 1860 - 1940 (Ablösung der Kohle vom Öl9
b) ab 1970 (Einführung von Industrierobotern)
Dritte industrielle Revolution
c) ab 1990 (Digitale Revolution, Computer, Internet, Mikro- und Nanotechnologie)
Informationszeitalter
Ab 1970/80

Zeitrechnung
Der Julianische Kalender von Julius Cäsar eingeführt teilte das Jahr in 365 Tage. Alle vier Jahre wurde ein Schaltjahr (zusätzlich 29. Februar) eingeführt.
Im 16. Jh. (1582) ging er sukzessive in den Gregorianischen Kalender (nach Papst Gregor VIII.) = 365,24 Tage über. Er ist der in der ganzen Welt bis heute übliche Kalender.
(Siehe auch Monatsnamen und Wochentage)

Zeitungen u. Zeitschriften, erste ...... im Grenzland
1770 hob König Christian II. die Pressezensur auf. Bald gab es Zeitungen in großer Auswahl: (jeweils erste Ausgabe)
* Nordischer (Altonaer) Mercurius (1670 in Altona)
* Schleswig-Holsteinische Sozialberichte (1787 in Altona)
* Flensburger Wochenblatt für Jedermann (Flensburg 1788)
* Schleswigsches Wochenblatt zur Unterhaltung und Aufklärung (1789)
* Der neue Mensch (politisch radikales Wochenblatt) (1797)
* Lyna (Hardersleben 1797
* Dannevirke (Hardersleben 1838
* Sleswigske Skolebladet for praktiske Skolemaend (Apenrafe 1857)
* Schleswigsche Grenzpost (Flensburg 1864)
* Flensburger Nachrichten (Flensburg 1865)
* Flensborg Avis (Flensburg 1869)
* Schleswig-Holsteinische Volkszeitung 1877
* Hejmdal (Apenrade 1880)
* Zeitung Westerland 1885
* Sönderjydske Aarböger (Flensburg 1889) geht 1914 ein und erscheint nach dem 1. weltkrieg in Kopenhagen.
* Die Nordmark (Apenrade 1898)
* Apenrader Tageblatt (1906)
* Grenzmarken-Korrespondenz (Marburg 1910-1911)
* Stimmen aus Nordschleswig (Lose Blätter zur Vertretung deutscher Friedensarbeit in der Nordmark (1910 - 1913)
* Nordschleswig, J. Schmidt-Wodder (Flensburg 1912)
* Graensevagten (Kopenhagen 1918)
* Nordschleswig, Jacob Bödewadt (Tondern und Kiel 1920)
* Der Schleswig-Holsteiner (Kiel-Bordesholm 1920)
* Neue Tondernsche Zeitung (1921)
* Die Königsau (Berlin 1921 - 1923)
* Sönderjydsk Maanedsskrift (1924)
* Zeitschrift für Minderheitenkultur und -politik (Berlin 1925)

Zenitflut
Flutberg, der durch die Anziehungskraft des Mondes hervorgerufen wurde.

Ziegeleien / Ziegelsteine
Die erste Verwendung von Ziegelsteinen wurde zu Zeiten König Waldemars I. (1157 - 1182) beim Bau der Waldemarsmauer genannt.
Kirchliche Bauten wurden seit dem 12. Jh. auch aus Ziegelsteinen gebaut.
Zum normalen Hausbau kamen gebrannte Ziegelsteine von der Westküste, wo sie zuerst verwandt wurden (wegen häufiger Überschwemmungen sicherer als Lehmwände) in die Mitte und den Osten des Landes. Sie wurden aber nicht dort gebrannt sondern woanders gekauft.
Die ersten gebrannten Ziegelsteine für Privatbauten wurden ab 1650 in Angeln und auf der Geest in eigenen Bauernziegelöfen gebrannt.
In der 2. Hälfte des 16. Jh. entstanden im Flensburger Raum entlang der Förde in großer Zahl Ziegeleien. Neben dem eigenem Bedarf an Ziegeln wurde bis Königsberg und Riga exportiert. Vielfach wurden Flensburger Ziegel von den Schiffen als Ballast mitgenommen, z. B. zu den westindischen Inseln von denen man Rum und Zuckerrohr holte. Zahlreiche Häuser dort sind mit Flensburger Ziegeln gebaut.
In der Blütezeit existierten um Flensburg 76 Ziegeleien die Anfang des 18. Jh. den "Flensburger Stein" entwickelten.
Als billige Arbeitskräfte kamen Ende März Anfang April jeden Jahres zahlreiche Wanderarbeiter (Tegler) aus Lippe-Detmold an die Förde.
Im Herbst wurde der Lehm geholt damit er im Winter gut durchfrieren konnte. Im Frühjahr wurde er durchgeritten und in Holzformen zu Ziegeln gebacken. Dann wurden diese in Scheunen zum Trocknen aufgestellt. Die großen Brennöfen fassten 40.000 bis 60.000 Steine, die gebräuchlicheren kleineren etwa 5.000. Im Westen des Landes hatten viele Bauernhöfe eigene in die Erde gegrabene Brennöfen. Das Brennen dauerte je nach Art des Lehms 2 - 7 Tage. Man rechnete zwei Stück Torf für einen Lehmstein.
Im Herbst, wenn die wandernden Ziegeleiarbeiter entlassen wurden, führten diese zu einem kaum zu bewältigenden Problem. Als Bettler, Tarter und Landstreicher ließen sie sich nieder, bauten sich billige Hütten und lebten von der Bettelei und von Diebstählen.

Zisterne
Im Friesischen auch Sood genannt. Sammelbehälter für Trinkwasser. Besonders wichtig waren sie auf den Halligen (s. d.), wo selbst das Grundwasser salzig war und darum auch Brunnen zur Trinkwasserförderung nicht geeignet waren. Hier waren die Zisternen Behälter, in denen man das Regenwasser von den Dächern auffing. Da aber die Dächer meist reet- oder strohgedeckt waren, war auch dieses Wasser von meist minderer Qualität. Krankheiten waren die Folge.

Zisterzienser / Zisterzienserkloster
Mönchsorden der römisch-katholischen Kirche. Der erste zentral organisierte Mönchsorden der Christenheit. Mutterkloster und Namensgeber der Zisterzienser war das 1098 von dem Benediktiner Robert von Molesme in Frankreich gegründete Kloster.
Das Glücksburger Rhye-Kloster (Rüdekloster) Rus regis, erbaut 1192 bis 1210 war ein Zisterzienserkloster. Der letzte Abt im Kloster war der erste Abt der um 1540 zum lutherischen Glauben übertrat.
1544 wurde das Kloster säkularisiert (verweltlicht) und fiel dem dänischen König als Herzog von Schleswig zu.
1582 wurde das Kloster zerstört und Herzog Johann der Jüngere baute auf dem Klostergrund das Schloss Glücksburg und legte den Schlosssee an.
(siehe unter Glücksburg Schloss)

Zuchthaus
Strafanstalt zur Unterbringung von Straftätern die nicht zur Todesstrafe verurteilt wurden. Das erste Zuchthaus entstand in Holland. Die Idee breitete sich schnell in weiten Teilen Europas aus. In Deutschland entstand das erste Zuchthaus 1609 in Bremen. Es folgten Lübeck (1613), Hamburg (1622) und Danzig (1629). In unserer nördlichen Region kam die Zuchthausstrafe zu Beginn des 18. Jh. auf. Für den herzoglichen Anteil von Holstein wurde 1720 das erste Zuchthaus in Neumünster gebaut. 1737 folgte für den königlichen Anteil der Bau des Glückstädter Zuchthauses und auch Flensburg und Altona erhielten um diese Zeit eigene Zuchthäuser.
Die Zuchthausstrafe war nicht nur eine Freiheitsstrafe für Verbrecher sondern auch eine Erziehungsstrafe zu Zucht und Ordnung. So wurden auch "herrenlose" Frauen, Bettler, Prostituierte u. a. zur Umerziehung auf ein ordentliches Leben ins Zuchthaus verbracht. Auf diese Weise kamen auch nicht Verurteilte ins Zuchthaus. Bauern z.B. durften arbeitsunwillige Mägde und Knechte zur Besserung ins Zuchthaus bringen. Die Dauer des Aufenthalts dort war nie festgesetzt und da man aus wirtschaftlichen Gründen auf volle Belegung Wert legte, wurde erst entlassen, wenn man Platz für neu Eingewiesene brauchte.
In Deutschland wurde die Zuchthausstrafe bis zu ihrer Abschaffung am 25. 6. 1969 im Strafgesetzbuch von 1871 geregelt. Allgemein galt eine Zuchthausstrafe für 15 Jahre.
Siehe auch unter Karre und Karrenstrafe.

Zündhölzer / Schwefelhölzer / Streichhölzer
Erste Entwicklungen von mit Schwefel getränkten Kiefernhölzchen gab es schon 950 n. Chr. im alten China. Im Mittelalter waren sie auch in Europa gebräuchlich. Sie entzündeten bei kleinster Berührung mit Glut.
Eine Weiterentwicklung waren die sehr gefährlichen Kaliumchloridhölzchen. Das Köpfchen entflammte, wenn es in Schwefelsäure getaucht wurde. Im Jahre 1826 entstanden die ersten Streichhölzer, die sich bei Reibung an einer rauen Oberfläche selbst entzündeten. Die ersten waren noch sehr giftig und stanken unangenehm.
1836 entstand das explosionsschwache Streichholz mit weißem Phosphor statt mit Kaliumchlorid. Problematisch war die leichte Selbstentzündlichkeit.
1844 wurde der äußert giftige weiße Phosphor vollständig durch roten Phosphor ersetzt.
1848 wurden die ersten Sicherheitszündhölzer entwickelt. Dieses Patent wurde an die schwedische Zündholzindustrie verkauft. Schwedischer Zündholzkönig war Ivar Krüger.

Zunft
(auch Amt, Zeche, Einigung, Gaffel) Zusammenschluss von handwerklichen Berufsgruppen im Mittelalter zur Wahrung gemeinsamer Interessen. Sie bestanden bis ins 19. Jh. Sie stellten Regeln für ihr Handwerk auf (Ausbildung, Arbeitszeit, Preise usw.) und überwachten diese.
Daneben nahmen sie auch noch soziale, religiöse, kulturelle und sogar militärische Aufgaben wahr.
Wer der Zunft nicht angehörte durfte in der jeweiligen Region dieses Gewerbe nicht ausüben.
Geschlossene Zünfte hatten noch strengere Regeln. Sie bestimmten sogar die Zahl von Meistern in der Zunftregion. Erst wenn ein Meister starb, konnte ein neuer in die Zunft aufgenommen wurden. Das führte allmählich zu Missständen und verhinderte Konkurenz und Wachstum. Darum hob Herzog Johann Adolf (1575 - 1655) 1615 alle Ämter und Gilden (Zünfte) auf. Jeder konnte jetzt frei seine Tätigkeit ausüben. Aber auch das führte zu Problemen und so führte Herzog Friedrich III. (1597 - 1659) die Gilden wieder ein. 1628 die Tischler; 1634 die Schneider; 1646 die Goldschmiede; 1663 die Leineweber; 1682 = Zimmerer; 1691 die Färber; 1695 die Bäcker; 1696 die Schmiede; 1701 die Maurer; 1705 die Maler; 1727 die Schlachter

Zunftlade
kleiner, in der Regel hölzerner Klappaltar in Form einer Truhe der Fahnen, Trinkgefäße, Leichentücher, Wappen usw. enthielt.

Zwölfmanneneid
In der Zeit des Mittelalters und danach im Gerichtswesen ein Beweismittel für Unschuld. Wer eines Verbrechens, der Hexerei oder Ketzerei angeklagt war, konnte seine Unschuld beweisen, indem zwölf ehrbare Männer, die weder mit ihm versippt noch verschwägert waren seine Unschuldbeteuerung (Unschuldseid) als Recht anerkannten. Dieser Eid musste von allen Zwölfen als rechtmäßig bestättigt werden.
Der Zwölfmännereid bestand aus einem Hauptschwörer und elf Eideshelfern. Enthielt sich nur einer oder stimmte dagegen, so galt der Eid des Angeklagten als falsch und er wurde bestraft.
Diesen Unschuldsbeweiß nannte man Zwölfmanneneid.
Im Flensburger Stadtrecht taucht der Begriff 1284 zum ersten Mal auf.

Zwölfmänner
Gemeindevertreter in einigen Gemeinden. Siehe unter Kirchspielsmänner.