U


Einige Jahrhunderte wurde der damaligen Gewohnheit entsprechend statt dem U ein V geschrieben und umgekehrt.
Häufiges Beispiel: vnd = und.

Ulken
Eigenwilliger kauziger Menschenschlag von Fischern auf der Halbinsel Öholm in der Ostsee mit starker Beziehung zu Maasholm.

Umgangsschulen
In sehr frühen Zeiten fand der Unterricht in ländlichen Gegenden nicht in einer festen Schule sondern umlaufend bei Bauern des Dorfes statt, bei denen der Lehrer dann meistens auch seine Wohnstätte hatte.

Unewatt, und Landschaftsmuseum Angeln/Unewatt
Unewatt liegt bei Langballig im Tal der Langballigau in einer Höhe von 10 m bis 30 m über NN auf dem Mühlenberg. Es gehört zum Kirchspiel Husby.
Der Name kommt aus dem dänischen und bedeutet "Furt bei der Weide". Watt = Durchgang durch Wasser.
Erste Nachrichten über das Gut Unewatthof gehen bis 1446 zurück. In diesem Jahr kauften Henning und Klaus Kokken, Bürger von Flensburg, "Undivathove in Grundtoft Karspele". Von Herzog Adolf wurden ihnen die adligen Freiheiten dieses Gutes bestätigt. Es hat dann noch einige Besitzer wie Hans Schack, Bendix von Ahlefeldt zu Osterade u.a. gegeben.
1619 kaufte der Herzog von Sonderburg Unewatthof. Das Gut gehörte seit 1713 zum 1. Angler Güterdistrikt und war bis 1779 persönlicher Besitz der Herzöge zu Glücksburg.
1679 wurde ein neues Gutshaus gebaut und nach der Herzogin "Hedwigshof" genannt.
1750 zählte das Dorf 8 Höfe und 6 Katen, die zur Husbyharde und zum Gut Unewatt gehörten.
Nach dem Tod des letzten Herzogs zu Glücksburg wurde das Gut 1779 königliche Domäne und dem Amt Flensburg unterstellt. 1840 zählte das Gut 293 Untergehörige.
1853 gehörten die Gutsstellen zur Munkbrarupharde. Außer Dem Gut Unewatthof, das teilweise parzelliert wurde, gehörten zwei adelige Unewatter Vollhufen, vier Bohl Königliches Bondenland, vier Amtskaten, von denen eine eine Krugkate war mit Namen Trollkjär an.
Ab 1985 wurde vom Kreis Schleswig-Flensburg das Marxenhaus wieder aufgebaut und zusammen mit fünf umliegenden Gebäuden des Dorfes Unewatt zu einem Landschaftsmuseum Angeln/Unewatt mit Räucherei, wasserradbetriebener Buttermühle, Windmühle "Fortuna", Christensen-Scheune zu einem Museumsdorf ausgebaut.
Träger ist die Kulturstiftung des Kreises Schleswig-Flensburg mit Sitz in Schleswig.

Unterschleif
Veraltete Bezeichnung für Unterschlagung.
Bei Viehtriften (siehe unter Ochsenweg) versuchten die Viehhändler häufig die zahlreichen Zollstellen zu umgehen, um die Zahlungen zu vermeiden. Da die Preise an allen Zollstellen unterschiedlich hoch waren, trieben sie die Tiere auch gerne über die billigeren Zollstellen, wo es nur 3 Pfg. je Tier kostete. Dieses Umgehen der Zollstellen nannte man Unterschleif und es wurde mit hohen Strafen belegt. Viele wurden mit der Höchststrafe, der Todesstrafe durch Erhängen bestraft.

"Up ewig ungedeeld"
"Up ewig ungedeelt" wurde zum Schlagwort der Schleswig-Holsteiner und fasste den dritten von drei sog. Fundamentalsätzen zusammen, die 1844 von der schleswig-holsteinischen Ständeversammlung das Landesrecht immerwährender Vereinigung der Herzogtümer einforderten. "Die Herzogtümer Schleswig und Holstein waren fest miteinander verbundene Staaten".
Im Privileg von Ripen (Riebe/DK) vom 5. 3. 1460 heißt es:
"unde dat se bliven ewich tosamende ungedeelt".
Das unterstrich, dass die Herrschaft über das Herzogtum Schleswig und die damalige Grafschaft Holstein in einer Hand bleiben sollte. (siehe auch unter Schleswig-Holstein-Lied)

Upstalsboom
Mittelalterliches Landtagsgelände der friesischen Stämme (siehe auch unter Friesisches Manifest). Es liegt bei Rahe, südwestlich von Aurich.
Die erste Erwähnung fand der Upstalsboom 1216. Hier trafen sich die Abgesandten der Friesischen Stämme. Diese Treffen fanden einmal jährlich am dtritten Pfingsttag statt. Urkundlich nachgewiesen waren sie zwischen 1216 - 1231 und von 1323 - 1327.
1323 wurde das Upstalsboom-Gesetz beschlossen, in dem die alten Satzungen der Zeit angepasst wurden. Dieser Bund sollte den Landfrieden unter den einzelnen friesischen Gebieten wahren.

Urfehde / Urfede schwören
Einst die eidliche Versicherung eines Verurteilten, sich wegen der gegen ihn geführten Untersuchung und zu vollstreckenden Strafe nicht rächen zu wollen. Auch war es der Eid eines entlassenen und verwiesenen Verhafteten, das Land, aus welchem er verwiesen wurde, nicht wieder zu betreten, noch sich an dessen Bewohnern zu rächen.

Urgicht
(vom mhd. urgiht = Aussage, Bekenntnis). Unter Folter gemachtes Geständnis bei Verfahren. Bestandteil jedes Hexenprozesses (s. d.) Erst nach dem Geständnis in der Urgicht konnte das Gericht das endgültige Urteil fällen.

Utbuurn / Utburn
Auf der Geest landläufige Bezeichnung für Bauern die in die Feldmark aussiedelten.

Utlande / Uthlande
Bezeichnung für die einst dem nordfriesischen Festland vorgelagerten Außenlande (Inseln, Halligen und Marschen), in den dreizehn mittelalterlichen Marsch- und Inselharden Nordfrieslands. Heute ist ein Teil davon im Meer versunken.
Die Utland-Friesen waren von jeher frei von Steuern. Als König Erich IV. (1216 - 1250) von Dänemark dennoch versuchte die Pflugsteuer einzutreiben, musste er die Utlande fluchtartig verlassen, nachdem viele seiner dänischen Ritter ihr Leben gelassen hatten. Sein Bruder Herzog Abel (1218 - 1252) (später König von Dänemark) verlor sogar den größten Teil seines Heeres und sein Leben als er es 1252 erneut versuchte.

Utlucht
Vorbau in Häusern z.B. in Arnis und in der Fischersiedlung Holm bei Schleswig. Durch das Utlucht kann man aus der Stube nicht nur gerade hinaus, sondern auch die Straße zu beiden Seiten entlang sehen.

Utsprok
Totenehrung, Totenfeier. Siehe auch unter Parentation.

uxor
(lat.) Ehefrau

uxor aditus
(lat.) Hebamme (die zur Frau hingehende)