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Nachbarliche Treue
Tief im dörflichen Zusammenleben verankertes Gefühl gegenseitiger Hilfe in Notfällen. Bei Geburt und Krankheit holte der Nachbar bei Tag und Nacht, bei jedem Wetter die Hebamme oder den Arzt. Nie wurde darüber gemurrt. Hausmütter versorgten Kranke mit Essen und häuslicher Hilfe. Waisen wurden wie selbstverständlich in Familien aufgenommen und an Kindesstatt angenommen. In Trauerhäusern wurde getröstet und geholfen, was auch bei Feuer und Hausbrand galt.
Manche dieser Hilfen wurden in Beliebungen (s. d.) festgelegt.

Nachbarschaftsrechnung
siehe unter Dorfrechnung.

Nachtwächter
Erste Nachtwächter gab es in mittelalterlichen Städten. Ihre Aufgabe war es nachts durch Straßen und Gassen zu gehen und für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Er warnte die schlafenden Bürger vor Feuer, Feinden und Dieben; er kontrollierte das Verschließen der Stadttore und Türen und rief die vollen Stunden aus. ("Liebe Leute lasst Euch sagen unsere Uhr hat drei geschlagen"). Zu seiner typischen Ausrüstung gehörten eine hellebardenähnliche Lanze, eine Laterne und ein Horn.
Obwohl er ein wichtiges Amt bekleidete, gehörte der Nachtwächter wie Abdecker (s. d.) und Henker zu den "unehrlichen" Berufen und lebte in sehr armseligen Verhältnissen.
Von Schleswig hieß es: "Im städtischen Gemeinwesen lag noch manches im argen, namentlich die Sauberkeit, welche die Gesundheitspflege hinderte. Bis 1450 waren die dreckigen Straßen noch ungepflastert. In den finsteren Gassen hatte der Nachtwächter oft nachts mit rauflustigen Gesellen "bunte Sträuße" auszufechten".

Nadirflut
Flutberg der nicht durch die Anziehungskraft des Mondes sondern durch die auf das Wasser einwirkende Fliehkraft der Erdumdrehung zurückzuführen ist.

Näffninge / Näffung
Siehe unter Ransnäffninge.

Nagelschmied
Beruf. Schmiede die auf die Herstellung von Nägeln spezialisiert waren. Sie unterschieden sich noch in Schwarz- und Weißnagelschmiede. Weiß gleich verzinnte Nägel.

Namenlose
(siehe unter Heimatlose)

Nääsdrücker
Bei Menschen aus bescheidenen Verhältnissen reichte das Geld oft nur für einen billigen Sarg mit flachem Deckel, der im Volksmund Nääsdrücker (Nasendrücker) genannt wurde. Die Särge wurden immer erst nach Eintritt des Todes nach Maß hergestellt. Maß der Sargtischler nicht richtig, so konnte der Sarg schon mal zu flach werden und auf die Nase drücken.
Die Reicheren bestatteten ihre Toten in einem Sarg mit hohem Deckel. Wann der Nääsdrücker verschwand ist nicht bekannt.

Nationale Erhebung in den Herzogtümern 1848 - 1851
Das Herzogtum Schleswig mit seiner Hauptstadt Schleswig existierte bis 1864. Vorläufer war seit dem frühen Mittelalter das Jarltum Süderjütland. Im Süden reichte es bis zur Eider und im Norden bis zur Königsau.
Über Jahrhunderte gab es keine Meinungsverschiedenheiten zwischen den Herzogtümern und Dänemark. Mit dem Sprachreskript (s. d.) vom 14. 5. 1840 und der Erhebung (s. d.) begann sich das zu ändern und es setzte in den Herzogtümern eine nationale deutsche Bewegung ein die einen Zusammenschluss mit dem deutschen Volk und Loslösung von Dänemark forderte. Äußeren Ausdruck fand dieses im Schleswig-Holstein-Lied (s. d.), das beim Sängerfest von 12.000 Teilnehmern patriotisch gesungen wurde. Erstmalig wurde die blau-weiß-rote Fahne Schleswig-Holsteins der Öffentlichkeit gezeigt.
Die Dänen antworteten mit zahlreichen Drangsalierungen und Einschränkungen für Deutschgesinnte auf diese "Provokation".
Die Blau-Weiß-Rote Farbe der Schleswig-Holsteiner wurde von den Dänen verboten und der Zorn der daraufhin einsetzte schürte den Patriotismus in den Herzogtümern weiter.
Am 28. Januar 1848 verkündete der König die von seinem verstorbenen Vater entworfene Gesamtstaatsverfassung, die sowohl bei den Dänen als auch in den Herzogtümern auf breite Ablehnung stieß.
Am 18. März 1848 kam es in Dänemark zu einem Staatsstreich bei dem der König entmachtet und die Regierung entlassen wurde. In Dänemark wurde nun das Programm von Orla Lehmann, (siehe unter Eider-Dänen) - das Herzogtum Schleswig in Dänemark einzuverleiben - zum Regierungsprogramm.
Die Schleswig-Holsteiner fühlten sich bedroht und bildeten daraufhin am 24. 3. 1848 eine "Provisorische Regierung" die am 3. 4. 1848 von der Ständeversammlung in Rendsburg anerkannt wurde und dort ihren Sitz in Rendsburg erhielt. Verlangt wurde die Vereinigung der holsteinischen und der schleswigschen Ständeversammlung, Volllbewaffnung, sowie Versammlungs- und Pressefreiheit. Sie wollten einen deutschen Nationalstaat mit einer nördlichen Grenze an der Königsau oder in den Deutschen Staatenbund eingegliedert werden.
Die Dänen empfanden dieses nun ihrerseits als "öffentliche Empörung", als Revolution, denn sie wollen eine Vereinigung des Herzogtums Schleswig mit einem dänischen Verfassungsstaat, also eine Trennung der Herzogtümer Schleswig und Holstein mit einer südlichen Grenze an der Eider. und eine Loslösung von Deutschland
Es kam zu Kämpfen gegeneinander, am 9. 4. 1848 zur Niederlage der Schleswig-Holsteiner bei Bov.
Auf deutscher Seite bildete sich ein Bundescorps, das in der Osterschlacht von Idstedt am 23. 4. 1848 die Dänen aus Schleswig nach Alsen (s. d.) vertrieb. Die Nachhut der Dänen wurde in Oeversee geschlagen.
Am 26. 8. 1848 wurde auf Druck der europäischen Großmächte im Malmöer Vertrag ein 7-monatiger Waffenstillstand beschlossen. Die Schleswig-Holsteinische Armee wurde aufgelöst. An Stelle der Provisorischen Regierung trat jetzt die konservativ ausgerichtete "Gemeinsame Regierung" der Herzogtümer.
Am 26. 2. 1849 kündigte Dänemark einseitig den Malmöer Waffenstillstand. Aber auch Schleswig-Holstein hatte zwischenzeitlich ein großes Heer von 20.000 Mann unter guter Führung aufgebaut und wurde von 40.000 Mann unter preußischer Führung unterstützt.
Am 13. und 20. April 1849 wurden die kriegerischen Auseinandersetzungen von den Deutschen siegreich mit der Schlacht von Düppel und bei der Festung Fredericia beendet.
Auf russischen und englischen Druck wurde Preußen am 10. 7. 1849 zu einem neuen Waffenstillstand gezwungen. Hierbei wurde die Einheit der Herzogtümer preisgegeben. Der Berliner Friede vom 2. 7. 1850 zwischen Preußen und Dänemark beendete vorerst das Engagement Preußens in Holstein.
Die Schleswig-Holsteiner aber gaben trotz der Verträge und dem preußischen Rückzug ihren Freiheits- und Zusammenhaltswillen nicht auf. Es kam am 15. 7. 1850 zu einer erneuten kämpferischen Auseinandersetzung. In der Schlacht bei Idstedt (s. d.) unterlagen die Schleswig-Holsteiner den Dänen am 25. 7. 1850.
Wieder fiel die Entscheidung am 29. 11. 1850 am Konferenztisch in Olmünz. Österreich zwang Preußen seine Pläne für die Einheit Schleswig-Holsteins aufzugeben. Am 11. 1. 1851 stimmte die Landesversammlung dem "Schmachfrieden" zu. Damit war die Schleswig-Holsteinische Erhebung beendet.
Das 2. Londoner Protokoll vom 8. 5. 1852, ein völkerrechtlicher Vertrag von sieben europäischen Staaten besiegelte endgültig die Niederlage und damit die der schleswig-holsteinischen Bewegung.
Da die schleswig-holsteinische Frage aber nicht gelöst war, fand der Konflikt seine Fortsetzung im Deutsch-Dänischen Krieg (s. d.) vom 1. 2. 1864 bis 28. 4. 1864 als preußische und österreichische Truppen in das Herzogtum einzogen.
(s. u. Auswanderung, Dänenzeit, Erhebung, Gesamtstaat, Idstedt, Kriege, Landwehr, Provisorische Regierung, Sprachreskript)

Naturalisation
Einbürgerung, Verleihung der Staatsbürgerrechte.

nativitas
(lat.) Geburt. nata, natus = geboren.

Nebenschulen / Winkelschulen
(dän. Biskole). Vom Kirch- (Schuldorf) entfernt liegende Dörfer mit langem gefährlichem Schulweg erhielten (oft nur für den Winter) die Genehmigung zur Einstellung eigener Lehrer und zur Bildung von Nebenschulen. Da die Lehrer von der Dorfgemeinschaft bezahlt werden mussten, stellten sie oft die billigsten Lehrer ein, die da waren: ausgediente Soldaten, weichende Bauernsöhne, Handwerker, Knechte, Rumtreiber.

Nekrolog / Nekrologien
Ein Nachruf, eine Würdigung des Lebenswerkes eines Verstorbenen. Auch eine Sammlung solcher Würdigungen wurde als Nekrolog bezeichnet.
Nekrologien bezeichnen Totenverzeichnisse.
(siehe auch unter Totenzettel)

nepos
(lat.) Enkel, Neffe, Verwandter.

neptis
(lat.) Enkelin, Nichte, Verwandte.

Nerthus
Von den Anglii / Angliern (Ur-Angler) verehrte germanische Gottheit. Sie wurde auch Mutter der Erde genannt. Sie war eine geschlechtslose Gottheit, keine Göttin.

Niederlegung von Höfen und Dörfern
In der Vorzeit (15./16. Jh.) wurden ganze Dörfer mit Höfen, Häusern, Vieh, Gerätschaften und den Menschen den adligen Gütern einverleibt und untergehörig gemacht. Daraus entstand der Begriff Niederlegung.
(siehe auch unter Wüstungen)

Nipptide / Nippflut
Sie wird ausgelöst, wenn die Sonne im rechten Winkel zum Mond steht, also jeweils bei Halbmond. Ihre Anziehungskräfte gleichen sich aus und der Wasserstand ist niedrig.

Nisse / Nissen / Nis Puck
Hilfreiche Hausgeister der Dänen. Sie wohnen in Winkeln des Hauses, und sind, wenn man sie mit Grütze und Butter versorgt sehr freundlich und hilfreich.
In Angeln und im Friesland gab es nur einen und der hieß "Nis Puck", der im Dachfirst des Futterbodens wohnte.

Noblesse
Von Frankreich ausgehende und sich über ganz Europa ausbreitende Bezeichnung für Ritter und Adelige.

Noor
Im Norden Schleswig-Holsteins von einem großen Gewässer (Förden und Ostsee-Buchten) fast vollständig abgetrennte seeartige Wasserflächen. Das Noor ist durch natürliche Durchflüsse mit den Förden verbunden wodurch sich der Wasserstand und der Salzgehalt des Noorwassers ständig ändert und zu einer ganz besonderen Flora und Fauna in und am Noor führen.
Am bekanntesten ist das "Haddebyer Noor" bei Schleswig, Olpenitzer Noor bei Kappeln und das Windebyer Noor bei Eckernförde.

Norddeutscher Bund
Ein 1866 gegründetes militärisches Schutz- und Trutzbündnis. Nach dem Deutschen Krieg von 1866 annektierte Preußen sämtliche Gebiete seiner Kriegsgegner nördlich des Mains. Am 18. August 1866 schlossen sich die Fürstentümer und Hansestädte nördlich des Mains unter Führung der Preußen zum Norddeutschen Bund zusammen, der zunächst 15 Mitglieder (Staaten und freie Städte) hatte. Dazu gehörten auch einige preußische Territorien südlich des Mains.
Der Norddeutsche Bund entstand nach der Auflösung des deutschsprachigen Staatenbündnis aus dem Deutschen Bund, dem auch die Länder südlich des Mains und auch Österreich angehörten. Er bestand zwischen 1815 bis 1866. Der Deutsche Bund hatte 39 Mitglieder. Der Deutsche Bund war ein Nachfolgebündnis des 1806 aufgelösten Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.
1867 gab sich der Norddeutsche Bund eine Verfassung die ihn zu einem Bundesstaat machte. Der Norddeutsche Bund umfasste 22 Staaten und hatte fast 30 Millionen Menschen.
1870 verbündeten sich die südlich des Mains nicht zum Norddeutschen Bund gehörenden Länder mit diesem gegen Frankreich. Nach dem Deutsch-Französischem Krieg (1870/1871) bildeten sie zusammen das Deutsche Reich.

Nordelbische Kirche
Organisation der evangelisch-lutherischen Kirche.
Am 12. 1. 1867 wurde Schleswig-Holstein preußische Provinz. Die Kirche organisierte sich von 1867 bis 1945 als Landeskirche Schleswig-Holstein.
Nach 1945 gab es auf der kirchlichen Landkarte eine Vielzahl kirchlicher Grenzen zwischen Hamburg und der dänischen Grenze im Norden. Auf diesem Gebiet befanden sich die Landeskirche Schleswig-Holstein, die Stadtkirchen von Lübeck und Hamburg, die Landeskirche Eutin und der zu Hannover gehörende Kirchenkreis Harburg, die sich in Struktur und Organisation teils stark unterschieden. Bestrebungen sie zu vereinen und zu vereinheitlichen führten erst nach 20 Jahren am 1. Januar 1977 mit der Gründung der "Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche" zum Erfolg.
Sie gliedert sich in drei Sprengel: Schleswig, Holstein-Lübeck und Hamburg. An der Spitze steht jeweils ein Bischof (Bischöfin).
Sie besteht aus 27 Kirchenkreisen und 640 Kirchengemeinden.
Im Jahre 2012 werden die Nordelbische Kirche und die Landeskirchen Mecklenburg und Pommern zu einer "Nordkirche" fusionieren.
Ein neuer Bischof und das Kirchenamt kommen nach Lübeck. Die Bischöfe der Sprengel werden ihren Sitz in Schleswig, Hamburg, Greifswald und zunächst auch noch Schwerin haben.

Norderhofenden / Süderhofenden
Die Grundstücksenden der großen Handelshöfe vom Holm und der Großen Straße in Flensburg, die am nördlichen und südlichen Teil des Hafens endeten und in Privatbesitz der Handelsherren waren.

Nordertor
Altes 1596 errichtetes Stadttor der Stadt Flensburg als Kontrolltor für Einreisende in die Stadt. Bei Anbruch der Dunkelheit wurde es geschlossen. Es trägt die Inschrift: "Friede ernährt, Unfriede verzehrt". Bis 1777 durfte außerhalb des Nordertors nicht gebaut werden und bis 1796 bildete es die Nordgrenze der Stadt. 1797 begann der Bau der Neustadt außerhalb des Nordertores.
Es war eines von ehemals mehreren Toren wie das Friesische Tor, das Angelbrotor, das Rote Tor (1606).

Nordfriesland
Region im Nordwesten Schleswig-Holsteins. Ursprünglich das Siedlungsgebiet der Nordfriesen, heute ein Kreis Nordfriesland, der gut 1/3 größer ist als das Ursprungsgebiet.
Zweimal wanderten Friesen (s. d.) aus dem Süden im Norden ein. Im 8. Jh. besiedelten sie die Inseln und Teile Eiderstedts. Die Marsch (s. d.) wurde um die Jahrtausendwende besiedelt und diese dehnte sich auf die Geest (s. d.) aus.
Nordfriesland wurde 1424 das erste Mal urkundlich erwähnt. Die friesisch besiedelten Harden waren im Mittelalter in den Utlanden (s. d.) zusammengeschlossen und hatten ein eigenes friesisches Recht.
Die Region umfasste das Küstengebiet zwischen den Flüssen Eider (s. d.) und Wiedau (s. d.), die nordfriesischen Inseln und Halligen und das angrenzende Wattenmeer.

Nordische Graupen
Geschälte Gerste die in Graupenmühlen gemahlen wurde. Lange waren sie ein Exportartikel im Norden.

Nordmarkfest
Siehe unter Scheersbergfest.

Nord-Ostsee-Kanal
Siehe unter Kaiser-Wilhelm-Kanal.

Nordschleswig / Nordslesvig / Südjütland / Sönderjülland
Nördlicher Teil des einstigen Herzogtums Schleswig. Geographisch erstreckt sich Nordschleswig von der deutsch-dänischen Grenze bis an die Königsau (s. d.), im Westen bis Ribe und im Osten bis an den Kleinen Belt südlich von Kolding.
In Dänemark spricht man auch von Sönderjülland, dass im Jahr 2007 Syddanmark (Süddänemark) wurde.
Es leben heute etwa 250.000 Menschen dort von denen etwa 8 - 10 % der Deutschen Minderheit angehören.
Im Mittelalter war Nordschleswig ein Teil des Königreichs Dänemark aber schon im 12. Jh. kristallisierte sich Schleswig als selbständiges Jarltum heraus und löste sich im 14. Jh. endgültig vom Königreich. Es war aber als Lehen mit den holsteinischen Herzögen in Personalunion verbunden. Nordschleswig war bis 1864 ein Teil des Herzogtums Schleswig.
Schlimm kam es für die mit den Dänen verbundenen Nordschleswiger im 1. Weltkrieg 1914 - 1918, als 30.000 dänisch gesinnte Nordschleswiger einberufen wurden und für Deutschland gegen Frankreich und Russland kämpfen mussten. Etwa 6.000 (ungefähr jeder 5.) von ihnen fiel. Nur etwa 2.500 Nordschleswiger Wehrpflichtige konnten sich der Einberufung entziehen oder "desertieren" und sich in Reichsdänemark niederlassen.
1920 fiel Nordschleswig bei der Volksabstimmung an das Königreich Dänemark.

Normannen
Zwei regional verschiedene Gemeinschaften. Einmal Nordgermanen und zum anderen romanisierte Normannen aus der Normandie.
Fälschlicherweise wurde die Bezeichnung Normanne oft auch für die Wikinger (s. d.) verwendet. Richtig ist, dass es sich um einen Oberbegriff handelt dem auch die Wikinger angehörten.
Bei den nordgermanischen Normannen handelte es sich um Seefahrer des 8. bis 11. Jh. von Nordskandinavien und Dänemark die an den Nordseeküsten (England, Friesland) an Land gingen und Raubzüge unternahmen. Teilweise gelangten sie bis an die spanische Südküste.

Notgeld
In Krisenzeiten von Ländern, Städten, Gemeinden, Ämter und sogar Firmen gedruckte Zahlungsmittel (Notgeldscheine).
Besonders während und nach dem 1. Weltkrieg von1914 - 1922 gab fast jede Gemeinde eigenes Notgeld heraus. Durch das Horten von Silbermünzen deren Materialwert den Nominalwert überschritt, und dem hohen Metallbedarf der Kriegsindustrie kam es zu Kleingeldmangel. Mit Beginn des 1. Weltkrieges wurden die Reichsgoldmarkmünzen eingezogen. Bald folgten die größeren Silbermünzen zu zwei, drei und Fünfmark. Auch die Münzen aus kriegswichtigem Kupfer und Nickel wurden stillschweigend eingezogen.
Die ersten Ausgaben von Notgeld wurden 1914 bekannt. Gemeinden füllten diese Lücke des Kleingeldmangels aus und druckten eigenes Papiergeld (Notgeld). Die Scheine waren von großer Verschiedenartigkeit und jede Gemeinde versuchte regionale Besonderheiten herauszustellen oder auch politische und wirtschaftliche Ziele. Teils wurden die Scheine auch mit anklagenden oder durchhaltenden Parolen und mehr oder weniger fatalistischen Sprüchen versehen. Notgeld fand im Wahlkampf durch aufgedruckte Bilder und Texte und zur Beeinflussung des politischen Willens teils eine große Bedeutung.
War das anfängliche Notgeld noch mit einem Geldwert versehen, so änderte sich dieses, als man kein Vertrauen mehr in dieses Geld hatte und vor allem Firmen gaben eigenes Notgeld in Form von Gutscheinen für Waren aus. (10 Ziegelsteine von der Ziegelei, Ein Zentner Roggen von der Landhilfe, aber auch für Kohle, Strom u. ä.) ,
Der Staat duldete diese Ausgaben, weil er selbst die Knappheit an Zahlungsmitteln nicht beseitigen konnte. So kam es zu 1, 2 und 5-Pfennigscheinen von Privaten und Gemeinden.

In der zweiten Notgeldperiode von 1918-1920 waren die Scheine nicht mehr so primitiv wie 1914/15. Nach ihnen setzte eine lebhafte Sammlernachfrage ein, sodass sie dem Markt verloren gingen. Da sie aber nicht gegen Waren eingelöst wurden, war dieses für den Staat ein gutes Geschäft. 1920/21 beschäftigten sich zahlreiche Sammelclubs mit diesem Notgeld.
In der Zeit um 1920 gab es 2.967 öffentliche und private Ausgabestellen mit etlichen tausenden Notgeldscheinarten.
Durch Reichsverordnung vom 17. 7. 1922 wurde das Notgeld verboten.

Notgeld mit hohen Nominalen bis in den Billion-Mark-Bereich brachte auch die Inflation (s. d.). Die offiziellen Prägeanstalten und Druckereien kamen bei dem rasanten Wertverlust (Inflation) des Geldes mit dem Gelddrucken nicht mehr nach.

Notdurft
Dringlichkeiten und notwendige Bedürfnisse des Menschen bestanden zu allen Zeiten und überall. Anfangs bei sehr dünner Besiedelung kein Problem. Man machte "Glieks achter de Hacken" und grub seine Hinterlassenschaft ein. Erst Anfang des 20. Jh. wurden in ländlichen Regionen hierzu "Örtlichkeiten" in Form einfacher Plumpsklosetts (Herzhäuschen) geschaffen. Bis dahin ging man Sommers achtern Wall (hinter die Knicks) und Winters in den Stall (die Mistrinne in den Kuhstall). An manchen Angelner Häusern stand draußen ein Spaten, den man mitnahm, ein Loch grub, seine Notdurft verrichtete und wieder zuschaufelte. Schon in der Bibel wird von einer "Draußenlösung" gesprochen.
"Du sollst außen vor dem Lager einen Ort haben, dahin du zur Not hinausgehest und sollst ein Schäuflein haben, und wenn du dich draußen setzen willst, sollst du damit graben; und wenn du gesessen bist, sollst du zuscharren, was von die gegangen ist."
In den mittelalterlichen Städten baute man sich auf den Hinterhöfen Abtritte (Holzverschläge) aus denen die Fäkalien in die Ehgräben und Schwindgruben liefen. Nachts machte man in Eimer und Gefäße, die man tagsüber in den Ehgräben entsorgte.
Die weitaus überwiegende Zeit zivilisierter Menschheit herrschte diese "Hockkultur". Erst mit den Plumpsklosetts ging man auch im Norden von der Hock- zur "Sitzkultur" über.
Auf dem Lande baute man das "Tante Meier" das nur von der Familie gebraucht werden durfte in den Schweinestall. Der "Goldeimer" in den man hier machte wanderte einmal wöchentlich auf dem Misthaufen und wurde zu Dünger. In der Stadt war dieses wesentlich problematischer.
Die Moderne begann erst mit dem Anschluß an die öffentliche Wasserversorgung nach Ende des 2. Weltkrieges ab 1945.
Siehe auch unter Ehgraben.

Novemberverfassung von 1863
1863 setzte König Christian IX. entgegen den Beschlüssen des Londoner Protokolls vom 12. 5. 1852 die sog. Novemberverfassung in Kraft. Ziel war es das Herzogtum Schleswig stärker an das Königreich zu binden und von Holstein zu trennen.

Noverca / noversa
(lat.) Stiefmutter.

Novercus / noversus
(lat.) Stiefvater.

nurus
(lat.) Schwiegertochter.

Nutzholz
Siehe unter Bauholz.