I


idem/ item
(lat.) derselbe, dasselbe.

Idstedt
Schlachtort im schleswig-holsteinischen Krieg (dän. Dreijahreskrieg genannt) von 1848 bis 1851 in der Nähe von Schleswig. Auf deutscher Seite kämpften die Herzogtümer Schleswig und Holstein in einem Bündnis mit den Staaten des deutschen Bundes gegen das Königreich Dänemark.
Die Problematik der Schlacht von Idstedt war, das viele Schleswig-Holsteiner noch aus der Zeit vor der Erhebung (s. d.) Soldaten in Dänemark waren. Andere Schleswig-Holsteiner kämpften nun auf deutscher Seite und so kämpften in einer Art "Bürgerkrieg" teilweise Schleswig-Holsteiner gegen ihre Landsleute. Sogar Brüder kämpften gegen Brüder.
Am 10. 7. 1849 schloß Preußen einen Waffenstillstand und am 2. 7. 1850 einen Sonderfrieden mit Dänemark. Die Reichstruppen verließen die Herzogtümer. Daraufhin waren die Herzogtümer allein auf sich gestellt. Die einheitliche Verwaltung des Landes wurde zerrissen.
In der Schlacht von Idstedt am 24. und 25. Juli 1850 erlitten die Schleswig-Holsteiner eine Niederlage. Es kam zur Schlacht zwischen ca. 37.000 dänischen und 26.000 Schleswig-holstein- ischen Soldaten. Der Verlust (Verletzte und Tote) belief sich auf 3.798 dänische und 2.828 schleswig-holsteinische Soldaten. Etwa 1.200 von ihnen fanden den Tod. Die Schlacht galt damit bis zum Zweiten Weltkrieg als die blutigste, die jemals in Nordeuropa ausgefochten wurde.

ignotus
(lat.) unbekannt.

imago mortis
(lat.) Scheintod.

Implorant
Bittsteller vor Ämtern und Gerichten.

Indinegatsgesetz
1776 erlassenes Gesetz in dem festgelegt wurde, dass nur diejenigen (Dänen) , die im Bereich der dänischen Krone geboren waren, in den Staatsdienst eintreten durften. Ausgenommen blieben die Kieler Professoren.

influieren
(lat.) einwirken.

Insten
Insten waren Landbewohner ohne Grundbesitz. Ihr Haus hieß Inste oder Instenstelle. Aus dem mnd. "Insate" (Einsasse), also jemand der ein Haus mitbewohnt. Kleinste Form eines ländlichen Anwesens. Diese Besitzlosen bildeten die unterste Stufe der ländlichen Sozialstruktur. Sie lebten in Mietwohnungen die sie geheuert (gemietet) hatten. Darum wurden sie auch als Heuerlinge bezeichnet.
Gehörte ihnen ein Haus mit etwas Gartenland = Hausinsten; wohnen sie zur Miete = Heuerinsten.
Es gab auch Freiinsten die keinen sog. Insten- oder Leibeigenenvertrag hatten. Sie waren zwar frei aber hatten nur den Status von einer Art "Gastarbeiter".

Insurgenten
Veraltete Bezeichnung für Aufständische oder Rebellen.

Interdikt
= Untersagung. Kirchenstrafe. Einstellung kirchlicher Handlungen (Taufe, Konfirmation, Heirat, Trauergottesdienst) als Strafe für ein Vergehen gegen das Kirchenrecht (z.B. Sonntagsarbeit)

Interessent
(Nordfriesland) Hofbesitzer von Höfen über 60 Demat der Interesse an seinem eigenen Land besitzt. Sie bildeten die Herrenschicht in den Kommunen und nahmen für sich das alleinige Recht in Anspruch in allen Kirchspielangelegenheiten zu bestimmen.
Interessenten Friesischer Höfe waren häufig auswärtig wohnende Eigentümer die ihre Höfe verwalten ließen. Auch einige Mühlen waren im Besitz auswärtiger Interessenten.

Intraden
Festgesetzte Einkünfte.

Intrede / Eintrede
Gebühr um Bürger einer Stadt zu werden. In Flensburg war diese nach "Zustand und Profession" in sieben Gruppen gestaffelt.
1. Kaufleute
2. Handelsleute u. Makler
3. Schiffer
4. Professionisten 1. Klasse (Müller, Bäcker, Schlachter)
5. Sonstige Professionisten (sonstige Handwerker)
6. Schenkwirthe und Höker
7. Tagelöhner
Kaufleute zahlten im 19. Jh. 24 Mark, Tagelöhner 6 Mark. Diese Summe stellte für viele eine unüberwindliche Hürde dar. Wer nicht zahlen konnte musste einen Bürgen stellen.

Introduktion
Einführung und Einsegnung der Sechswöchnerinen (s. d.).
Dafür gaben die Bohlfrauen 2 Mark und die Kätnerfrauen 1 Mark 8 ß.

ipso die festum
(lat.) am Tage des Festes.

Irrenanstalt / Irrenhaus
Nachfolgerin des Tollhauses (s. d.). In ganz Europa herrschte von 1650 bis 1800 eine Epoche der "Ausgrenzung der Unvernunft" vor. Narren und Tolle wurden unter menschenunwürdigen Bedingungen in Zucht- oder Arbeitshäusern (s. d.) verwahrt.
Bettler, Vagabunden, Arbeitslose, Dirnen, mit "Lustseuche Behaftete", Depressive, geisteskranke und behinderte Menschen wurden ohne Unterschied zusammen mit Sträflingen in einen gemeinsamen Raum gesperrt. Wer außerhalb der Grenzen der Vernunft, der Arbeit und des Anstandes stand wurde aus der Gesellschaft verbannt. Die offizielle Bezeichnung für solche Menschen war "Blödsinnige".
Man hielt Geisteskranke für unempfindlich gegenüber Kälte, Hunger, Durst und Schmerzen. Darum ließ man sie fast nackt und teilweise ganz unversorgt. Es gab Fälle, in denen die Wärter Geisteskranke für einen kleinen Obolus zur Schau stellten.
Die Errichtung von Irrenhäusern zu Beginn des 19. Jh. für psychisch Kranke war daher ein relativer Fortschritt.
1786 wurde die erste Schleswig-Holsteinische Irrenanstalt in Lübeck eingerichtet.
1817 wurde in Schleswig eine Irrenanstalt eingerichtet. Bei der Volkszählung 1835 waren dort 116 Männer und 59 Frauen, 1845 waren es 318 Gemütskranke, davon 216 Männer und 102 Frauen.
1892 errichtete Pastor Paulsen in Kropp eine private Irrenanstalt Haus Bethesda. Nach Bethesda entstanden zwischen 1892 und 1900 sieben weitere Häuser wie Zoar, Sychar und Patmos für die Aufnahme von Geisteskranken. Es wurden Männer und Frauen wie auch Epileptiker, Alkohol- und Nervenkranke aufgenommen. 1900 waren es 300 Personen.