G


Gaasten
Große Kätner, ca. 1/4 Hufe. Der Inhaber einer Gaaste heißt Gaaße.

Gaard-Höfe
Höfe der Heermannen (s. d.) wie Kielsgaard, Rosgaard, Augaard usw. Sie lagen außerhalb der Dörfer. Gegen einen Aufwand (seine Beteiligung an einem Krieg) war der Heermann (Ritter) von Abgaben befreit und er hatte verschiedene Privilegien.
Abgeleitet von Gaard = Befestigungsgraben den die Herrenmannen zum Schutz vor Überfällen um ihre Güter anlegten.
Mit einer Handfeste von 1326 überließ Waldemar III. den Heermannen neben anderen Privilegien auch das Privileg des Befestigungsregals.

Gänsekiel / Federkiel
Aus Gänsefedern hergestellte Schreibfedern, die in Tinte (s. d.) getaucht zum Schreiben genutzt wurden. Geeignet dazu waren die großen äußeren fünf Federn der Flügel.
Schreibunkundigen (die nicht lesen und schreiben konnten) aber dennoch unterschreiben mussten, wurde die Hand beim Schreiben geführt und hinter der so entstandenen Unterschrift wurde der Vermerk geschrieben "mit geführter Feder" oder "mit geführter Hand".

Galanterien
Modisches Beiwerk wie aufgeputzte Krägen, Bordüren, Schals, Plüsch, als kokette Applikation.

Galeasse / Galeone / Galeote
Siehe unter Schiffstypen.

Galgen und Richtstätten
Zu den ältesten Hinrichtungsarten gehörte das Erhängen. Erhängt wurde zunächst an Bäumen (meist Eichen wegen ihrer Stabilität), später baute man an Plätzen außerhalb der Ortschaften dafür hölzerne Galgen. Es gab sie seit der Zeit Karls des Großen um 800 n. Chr..
Wer einen Galgen baute, aufstellte oder ausbesserte galt fortan als unrein und wurde gemieden. Darum taten sich gelegentlich alle Stände und Zünfte zusammen und jeder beteiligte sich am Bau. Dann konnte kein Einzelner mehr geächtet werden. Andere Regionen bestimmten durch Los, wer den Galgen aufzustellen hatte.
Oft wurde der Galgen auf einer Erhebung gebaut, wo er weithin zu sehen war. Darauf deuten noch heute viele Straßennamen wie Galgenberg, Galgenhügel usw. hin.
Im Mittelalter war eine Hinrichtung am Galgen ein öffentliches Schauspiel, dem kaum einer fernblieb. Bereits Diebstahl konnte durch Tod am Galgen bestraft werden.
In Flensburg wurde der Galgen 1816 vom Galvig nach Hornholz verlegt. Am 17. 10. 1820 fand hier die letzte Hinrichtung mit Galgen und Rad statt. Es wurden fünf Matrosen hingerichtet.
In Schleswig stand der Galgen auf dem Gallberg.
Ein Galgen befand sich in Groß-Quern südlich des Scheersberges. Hier lag im Dingholz auch die Dingstätte. 1783 war er in einem so schlechten Zustand, dass er für 88 Mk. instandgesetzt werden musste.
1737 verurteilte das Thinggericht in Dingholz in Gegenwart des Herzogs von Glücksburg einen Mörder zum Strang. Diese letzte Hinrichtung erfolgte auf der Galligkoppel an der Straße nach Sörup.

Gasversorgung in den Städten
1854 begann die Gasversorgung in Flensburg mit Kohlengas. 1963 wurde auf Butangas und 1988 auf Erdgas umgestellt.
Am 21. 2. 1857 leuchteten nach Fertigstellung des Gaswerks in Schleswig zum ersten Mal Gaslaternen in den Straßen auf. Bis dahin führten die Menschen abends und nachts Laternen mit sich.

Gebäudesteuerrolle
Gesetzliche Grundlage ab 1865. Sie nannte die Namen der Eigentümer, die Bauweise der Gebäude mit ihren Räumlichkeiten, die Größe von Garten- und Hofraum, die Viehzahl, die Nutzung der Wohnungen, den steuerlichen Wert usw.
1920 wurde aus der Gebäudesteuerrolle das Gebäudebuch.

Geest
(von nd. gest = trocken oder güst = unfruchtbar). Landschaftstyp der in Schleswig-Holstein und Dänemark durch Ablagerung während der Eiszeiten entstanden ist. Die Geest liegt immer höher als die Marsch und wird auch als Geestrücken bezeichnet. Die Geest ist hügelig, sandig und steinig und galt früher (vor Zeiten anorganischer Düngung und künstlicher Bewässerung) als unfruchtbar.
Abfällig sprach man über die Geest mit ihren leichten sandigen Böden auch von der "flegend Masch" was fliegende Marsch bedeutete und auf den leicht verwehten Boden hinwies.
Man unterscheidet in "hoher Geest" die durch Altmoränen geprägt war und der flachen Sandergeest.

Gefälle
1) Im Steuerwesen des Mittelalters Bezeichnung für obrigkeitliche, kirchliche oder gerichtliche Erträge, Einkünfte oder Abgaben.
2) Im 19. Jahrhundert Monopol- oder Verbrauchssteuer in Verbindung wie Salz-, Bier- oder Erdgefälle.

Geflenst / flensen
Das Abspecken eines Wales. Der Speck wurde an Bord gehievt und in einem Kessel zu Tran verkocht.

"geflüsterte Orte"
siehe unter Heimliche Entbindungen, Ochseninseln.

Gelting
Ort und Gut in Ostangeln. Das Gut bestand schon im 13. Jh.. Ursprünglich ein adeliges Gut, dass dann an den König fiel und 1494 von König Johann an Ritter Hans von Ahlefeldt verkauft wurde. Im Besitz dieses Adelsgeschlechts blieb es bis 1724. Ein Plan Gut Gelting 1751 zu parzellieren misslang und so wurde es 1758 für 85.000 Taler verkauft. 1789 wurde die Leibeigenschaft (s. d.) auf Gut Gelting aufgehoben. Das Gut wurde parzelliert und an 50 Untergehörige vergeben die jetzt Eigentümer wurden. Außerdem entstanden 40 Holländereien (s. d.).
Das schlossartige Haupthaus wurde 1770 umgebaut und später des Öfteren erweitert und ergänzt. Alte Bausubstanz von 1470 blieb dabei erhalten. 1789 wurden der englische und der französische Garten angelegt.

Gemarkung
Zusammenhängende aus einer größeren Zahl von Flurstücken (Grundstücken) bestehende Fläche eines Katasters. Sie konnte aus mehreren Fluren bestehen. Eine Gemarkung konnte einen Eigennamen haben.

Gendarmenpad / Gendarmensti / Gendarmenweg
Nach der Abstimmung 1920 (s. d.) entstand die heutige Grenze zwischen Dänemark und Deutschland. Auf dänischer Seite verläuft ein Fußweg (Zollgrenzweg), auf dem einst dänische Grenzer zu Fuß patrouillierten um illegalen Grenzverkehr über die Förde und Schmuggel zu unterbinden. Dieses geschah von 1920 bis 1958. Danach ging die Aufgabe an die Polizei über.
Heute ist dieses ein 74 KM langer gut ausgeschilderter teils sehr romantischer Wanderweg von Padburg aus direkt an der Flensburger Förde entlang.
(siehe auch unter Blaue Gendarmen)

Gendarmerie / Gendarm / Gensdarm
1867 nachdem Schleswig-Holstein von Preußen einverleibt wurde, verordnete König Wilhelm I. von Preußen die Einrichtung einer Landgendarmerie. Die Gendarmerien unterstanden dem preußischen Kriegsminister; die Gendarmen, die Angehörige des Soldatestandes waren, versahen ihre Dienst auf Anweisung der zivilen Polizeibehörden. Gendarmen konnten nur gediente Unteroffiziere werden wenn sie:
a) den unverletzten Ruf der Treue, Ehrlichkeit, Nüchternheit und eines untadelhaften Lebens besaßen.
b) ganz fertig lesen, verständlich schreiben und in den vier Species rechnen konnten und
c) von starkem, gesundem Körperbau und von guten natürlichen Geistesanlagen waren.
Es gab berittene und Fußgendarmen.
Stolz trugen sie die dunkelgrüne Uniform mit goldenen Tressen, das weiße Lederzeug, den Grenadierhelm mit fliegendem Adler und Haarbusch. 1895 kam ein neusilberner Gardestern als Helmzier hinzu - noch heute das Symbol des Polizistensterns.
Am 10. 3. 1919 verlor die Gendarmerie ihren militärischen Status und erhielt am 21. 6. 1920 den Namen "Landjägerei".
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten änderte sich die Organisationsform erneut und ab 30. 1. 1934 hieß es wieder Gendarmerie.
Nach dem 2. Weltkrieg ging die Gendarmerie 1947 in die neu gegründete Landespolizei Schleswig-Holstein über. Die Dienstgrade der einfachen Beamten war Wachtmeister und Oberwachtmeister. Außerdem gab es Nachtwächter, Hilfswächter, Nachtschutzleute und Polizeihilfsdiener.
(siehe auch unter Blaue Gendarmen)

gener
(lat.) Schwiegersohn

Generationsausfall
Zwischen 1763 und 1803 wanderten in Angeln 2.414 Personen aus. Da die Bauern aus wirtschaftlichen Gründen ihre Höfe immer später abgaben, heirateten die Bauernsöhne erst zwischen dem 30 - 40 Jahr immer später. Dieser "Brauch" entwickelte sich in gehobenen Kreisen zu einer weitverbreiteten Sitte und führte fast zu einem Generationenausfall. Um 1760 drohte in Angeln eine Entvölkerung.
Mit der Parzellierung der Güter zwischen 1765 und 1787 und der Aufhebung der Leibeigenschaft verstärkte sich das Problem, da die "frei" gewordenen Leibeigenen aus wirtschaftlicher Not die Geburtenzahlen reduzierten.
Aber schon ab 1788 änderte sich die Entwicklung bis 1819 als schon wieder eine Überbevölkerung verzeichnet wurde.

genitor, gen.
(lat.) Vater, Erzieher.

genitores
(lat.) Eltern

genitrix
(lat.) Mutter.

Gerechtsame
Auch Gerechtigkeit. Gebräuchliche Bezeichnung für das Recht oder Vorrecht mit der man etwas tat, besaß oder nutzte.
Es gab vererbliche und veräußerliche Nutzungsrechte.
Die Gerechtsame wurde oft von Städten für bestimmte Berufe oder Tätigkeiten erlassen. Z. B. Katen-, Schmiede-, Schank-, Brau-, Mühl-, Fischerei-, Brotgerechtsame usw.
Es gab auch die Gerechtsame "der väterlichen Gewalt" die beim Tod des Vaters auf Onkel oder Bruder übergehen konnte.

Gerichtsbarkeit
Bis 1240 von König Waldemar II. das Jütische Recht eingeführt wurde, bestanden das Recht des Stärkeren und das Recht der Blutrache. In regionalen Teilen Dänemarks existierte das Schonische Recht und das Seeländische Recht. Das Jütische Recht behielt stark modifiziert seine Gültigkeit bis 1900.
1524 wurde die patrimoniale Gerichtsbarkeit der Gutsherren eingeführt. Sie gab diesen das Recht über "Hals und Hand", also die Ahndung von Verbrechen mit der Todesstrafe oder Verstümmelung.
1770 wurde die Folter (s. d.) abgeschafft. Ab 1791 hatte jeder Angeklagte Anspruch auf einen Verteidiger.
1777 erlosch die Gerichtsbarkeit der Domkapitel und der Klösterlichen Besitztümer, die wie die adeligen Güter eigene Gerichtsbarkeit hatten, und wurde auf die Harden übertragen.
Erst 1805 wurde das Gesetz über Hals und Hand gemildert und verpflichtete die Gutsherren juristisch ausgebildete Justiziare einzustellen und Gerichtstage abzuhalten.
Die Kosten der Rechtspflege trug der Gutsherr, auch hatte er ein Gefängnis auf dem Gutshof einzurichten und einen Gerichtsdiener einzustellen; andererseits flossen ihm die Einnahmen aus Gerichtsgebühren und Strafen zu. Es fehlte nicht an Beispielen nach denen die Gutsuntergehörigen willkürlich bestraft und die Gerichtsbarkeit auf die furchtbarste Weise "gemisbraucht" wurde. Auch ga es genügend Fälle, dass adelige Güter gar kein Ding oder Recht hielten, sondern der Gutsbesitzer allein entschied.
In der Regel bildete jedes Gut einen eigenen Gerichtsbezirk, es gab aber auch Fälle wo mehrere Güter zusammen ein gemeinschaftliches Gericht bildeten.
Angeln bestand aus 44 verschiedenen Unterstellungen bzw. Gerichtsbarkeiten (Jurisdictionsbezirke) mit jeweils unterschiedlichem Recht. Viele angeliter Bauern gehörten 2 - 3 Obrigkeiten an, die jeweils anders Recht sprachen und andere Abgaben von ihm erhoben.
Erst im Jahr 1853 fiel durch ein königliches Patent Friedrich II. die adelige Jurisdiktion fort. Ab 1853 war für den Angler Güterdistrikt und das St. Johanniskloster in Schleswig ein Richter mit Sitz in Kappeln mit der Rechtspflege beauftragt. Ein humaneres Strafrecht war in Ansätzen vorhanden.

Gesamtstaat (Dänischer)
Der dänische Gesamtstaat bestand von 1773 bis zur Niederlage des dänischen Königreiches gegen Preußen und Österreich am 30. 10. 1864 (Wiener Frieden). Er umfasste die Königreiche Dänemark und Norwegen und die Herzogtümer Schleswig und Holstein sowie Island und die Farörer Inseln. 1815 kam das Herzogtum Lauenburg hinzu. Dabei waren die Herzogtümer nicht Teil des Königreiches Dänemark, sondern wurden nur vom dänischen König in seiner Funktion als Herzog regiert. Damit waren sie dem Königreich in Personalunion verbunden.
Holstein war als deutsches Lehen (s. d.) zugleich Mitgliedsstaat des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation. Schleswig dagegen war ein königliches Lehen.
Die beiden Herzogtümer wurden in Kopenhagen durch die Schleswig-Holsteinische Kanzlei vertreten.
Erster Kanzleirat war der Deutsche Bernstorff, der aber dem König treu ergeben war. Er tat sehr viel für Aufbau und Entwicklung der Herzogtümer. Nach seinem Tod 1797 folgte der radikale deutsche Reformer Struensee. Damit begann die Auflehnung des dänischen Adels gegen deutsche Vorherrschaft am Hof und gegen sprachliche Überfremdung. Aber auch in den Herzogtümern begann eine Auflehnung gegen die Dänische Außenpolitik. Dänemark gab seine Neutralitätspolitik auf und schlug sich 1807 nach dem Überfall der englischen Flotte auf Kopenhagen auf Napoleons Seite. Die Folge war der Verlust Norwegens. Der dänische Gesamtstaat wurde geschwächt. Der dänische Staatsbankrott (s. d.) verstärkte dieses noch.
Zwischen 1852 und 1863 war der dänische Gesamtstaat auf seinem Tiefpunkt. Strittig war die Verfassungsfrage. Durch die Aufhebung der Gesamtstaatsverfassung 1863 für Holstein und Lauenburg, wurde schon die Zerreißung des Bandes zwischen Schleswig und Holstein deutlich.
1863 wurde ein Grundgesetz nur für Dänemark und Schleswig gemacht. Das war ein klarer Verfassungsbruch.
Am 30. 10. 1864 nach seiner Niederlage bei Düppel (s. d.) willigte der König in einen Waffenstillstand und Friedensvertrag (Wiener Frieden) ein, der die beiden Herzogtümer Schleswig und Holstein an die beiden deutschen Großmächte abtrat. Damit gab es keinen Gesamtstaat mehr.
(Siehe auch unter Nationale Erhebung und unter Volkszählung)

Gesangvereine
Siehe unter Liedertafel.

Geschickter
Abgeordneter einer Zunft.

Geschlechterfriedhof Lunden
Ältester bis ins Spätmittelalter zurückgehender Friedhof der Westküste um die Laurentiuskirche in Lunden gelegen. Hier waren die Angehörigen der mächtigen ostfriesischen und Dithmarscher Bauerngeschlechter des 16. u. 17. Jh. begraben. Jedes Grab war einem Hof zugeordnet.
Es gab Gräber mit aufrechtstehenden Stelen aus Sandstein und Gruftkeller unter großen Sandsteinplatten (bis zu zwei Tonnen schwer) die mit Inschriften, Reliefs, Geschlechterwappen und Hausmarken (s. d.) versehen waren. Früher gab es solche Gräber auf allen nordfriesischen Friedhöfen. Lunden ist keine Besonderheit, außer dass der Friedhof noch besteht.
Von den ursprünglichen Grüften sind noch dreizehn erhalten. 60 Grabplatten und Stelen sind noch vorhanden.

Gesinde
niedere Dienstboten gegen Lohn, Kost und Unterbringung im Hause des Dienst- oder Grundherrn.
Begrifflicher Ursprung ahd. "gisind" = Gefolgsmann. Im eigentlichen Sinn "der der den gleichen Weg hatte".
Gesindewechsel war am Petritag (21. Febr.) und am Martinitag (21. Nov.). Nach der Gesindeverordnung von 1825 wurden diese Daten auf den 1. Mai und 1. November verlegt.

Gest
Hefe zum Brotbacken.

Gevatter / Pate
Taufpaten. Bei Jungen zwei männliche und eine weibliche, bei Mädchen umgekehrt. In der Regel entstammten sie der nächsten Verwandtschaft. Sie zeigen sich durch ein Geschenk (silberner Kinderlöffel, silberner Becher) erkenntlich.
Für Taufen genoß der Pastor von den drei Gevattern "ein kleines Opfer", das "jeglicher wenigstens 4 ß opfern muß".
Bei Untergehörigen (Leibeigenen) übernahm sehr häufig der Gutsherr die Patenschaft über die Kinder. Dafür hatten sie den Vornamen des Gutsherrn zu tragen. So kam es zu zahlreichen Namenshäufungen zu bestimmten Zeiten. Hieß der adelige Gevatter Kai, so hießen plötzlich viele leibeigene Kinder auch Kai.

Gevollmächtigter
Repräsentant einer Gemeinde. Er hatte die Mitaufsicht über die Verwaltung des Kirchenvermögens einschließlich der Schulausgaben. Er hatte außerdem über den ordentlichen Wandel der Einwohner zu achten. Schließlich hatte er bei Visitationen sein Urteil über den Geistlichen abzugeben.

Gewann / Gewannflur
Fluraufteilung in Folge der Dreifelderwirtschaft (s. d.) bei der die Feldflur einer Siedlung in schmale streifenförmige Gewanne aufgeteilt wurde. Gewanne wurden im Flurzwang bewirtschaftet, d. h. gleichzeitige Durchführung von Arbeiten auf allen Flurstücken eines Gewanns. Eigen war den Gewannen, dass sie mindestens zehnmal so lang wie breit waren. Im Gegensatz zu Südwestdeutschland spielten die Gewanne im Norden durch frühes Anerbenrecht (s. d.) (nur ein Erbe erhielt den Hof) keine so große Rolle.

Gewerbeordnung
1869 wurde vom Norddeutschen Bund (s. d.) eine Gewerbeordnung eingeführt. Damit wurden viele bestehende Regeln wie das Niederlassungsverbot für Handwerker und Händler aufgehoben. Es gab nun praktisch eine Gewerbefreiheit. Der bis dahin bestehende Unterschied zwischen Stadt (Bannmeile s. d.) und Land hörte auf.

Gewichte
1 Mark = etwa 1/2 Pfund (erst ab dem Mittelalter ein Münzwert.
1 Pfund = 16 Unzen = 32 Lot = 1/2 kg.
1 Pfund (Friesland) etwa 480 g.
1 Lispfund (Livländisches) = 14 Pfund
1 Loth = ungefähr 15 g
1 Center = 8 Lispfund = 112 Pfund
1 Tonne = Getreidemaß. Weizen nicht unter 220 Pfund, Roggen nicht unter 188 Pfund, Gerste nicht unter 180 Pfund, Hafer nicht unter 130 Pfund

Gezeiten
Die Gezeiten geben das periodische Steigen und Fallen des Wasserspiegels an. Die Differenz zwischen Ebbe und Flut (Tidenhub) beträgt auf Grund der Geschwindigkeit der Mondumkreisung 6 Std. und 12 Minuten und alle 12 Std. und 25 Minuten ist wieder Flut.
Durch die Anziehungskraft von Mond und Erde wird das Meerwasser bewegt. Auf der mondnahen Seite ist die Anziehungskraft des Mondes stärker als die Fliehkraft der Erde. Dadurch wird hier das Meerwasser zum Mond hingezogen, es entsteht die Flut. Auf der vom Mond abgekehrten Seite der Erde ist aber die Fliehkraft der Erde größer als die Anziehungskraft des Mondes. Deshalb entsteht auch hier ein zweiter Wasserberg - die Flut. Aus den dazwischen liegenden Gebieten fließt das Wasser fort und es herrscht Ebbe.
Die Anziehungskräfte addieren sich, wenn Sonne, Mond und Erde in einer Linie stehen. Passiert dieses so kommt es zu besonders hohen Fluten den sog. Springfluten (s. d.)
Die Flut fällt geringer aus, wenn Sonne, Mond und Erde in einem rechten Winkel zueinander stehen. Dadurch bedingt wirken die Anziehungskräfte von Sonne und Mond in unterschiedliche Richtungen. Es entsteht die Nippflut (s. d.).
Der mittlere Tidenhub liegt auf dem offenen Meer bei ca. 2,40 m und erhöht sich an den Küsten durch deren Trichterform.

Gilde
Erste Gilden gab es schon vor der Einführung des Christentums. Besonders im Mittelalter Zusammenschluss von Berufsgruppen (Bauern, Dorfbewohnern, Handwerkern) und Interessengemeinschaften (Brand-, Sterbe-, Reiter-, Schützengilden) zum jeweils gegenseitigen Schutz und zur Durchsetzung von Interessen. Die Mitglieder nannten sich Gildebrüder.
In Satzungen, Willküren, Beliebungen wurden Regeln des Zusammenlebens und Ge- und Verbote festgelegt.
Als gegenseitiger Schutz nicht mehr nötig war bestanden sie als Vereinigung für Lustbarkeiten fort.

Gildepfennige
Auch Totenpfennige. Sie waren mit dem Namen des Gildebruders und einem Totenkopf versehen und wurden von den Sterbegilden vor Beerdigungen an die Gildebrüder ausgegeben und sofort nach der Trauerfeier eingesammelt. So kontrollierte man die Teilnahme beim "Folgen der Leiche". Wer sich drückte wurde in Strafe genommen.

Glashütten , in Angeln
Mittelalterliches Gewerbe der Glasherstellung. Die älteste Glashütte existierte im Frühmittelalter im Herzen Angelns in Hedeby. Das mag zwischen 800 bis 1000 n. Chr. gewesen sein. Sie wurde mit großer Wahrscheinlichkeit von Handwerkern aus dem Westen betrieben. Die Blütezeit des heimischen Glasgewerbes lag zwischen 1580 bis 1680.
Nachweislich hat es in Angeln Glashütten gegeben in Hedeby, Klappholz, Gut Rundhof, Stenderup und Uelsby.
Der Betrieb von Glashütten war immer an Güter und wegen des enormen Holzbedarfs für die Schmelzöfen an Wald gebunden.
Die Glashüttenbetreiber bei uns dürften mit großer Wahrscheinlichkeit aus Mitteldeutschland, dem Harz, Thüringen, Sachsen, Böhmen und Hessen und aus Mecklenburg gekommen sein.

Glasschmalz
Siehe unter Queller.

Gliedsetzer
Nordfriesisch = Leedsetter. Heilkundler mit teilweise beachtlichen Fähigkeiten bei Knochenbrüchen, Verrenkungen und Verstauchungen. Ihre hauptsächlichen Fähigkeiten haben sie beim Einrenken. Der älteste in Nordfriesland dürfte um 1600 gelebt haben. Oft wurden die Fähigkeiten von Generation zu Generation weitergegeben. Wer keine Kinder hatte nahm seine Kunst mit ins Grab.
1810 mussten die Gliedsetzer sich verpflichten schwierige komplizierte Fälle an Ärzte abzugeben.
Siehe auch unter Ärztlicher Versorgung, Babier, Bader.

Gliep / Glip / Glipp / Tänge
(Gliep in Nordfriesland, Glip in Angeln, Tänge an der Schlei). Ein an einem Holzstil befestigtes Schiebenetz von etwa 1 m Breite zum Krabbenfang im flachen Nordseewasser. Die Fischer gingen bis zu brusttief durchs Wasser und schoben die Gliep über den Meeresgrund. Dabei wurden die Krabben auf- und ins Netz gescheucht. In der Schlei fing man so die Aale.

Globus, begehbarer im Gottorfer Barockgarten.
1637 ließ Herzog Friedrich III. (1597 - 1659) den Barockgarten s. d.) , genannt "das Neue Werk" als ersten Terrassengarten Europas nördlich der Alpen anlegen.
1650 wurde hierin ein prächtiges Lustschloss im persischen Stil, die Friedrichsburg, in Form der Spätrenaissance errichtet, in dem der Gottorfer Globus aufgestellt wurde. Dieser über 3 Meter im Durchmesser begehbare Globus, der 12 Personen Platz bot, war eine wissenschaftliche Sensation. Entworfen und gebaut wurde er von dem Hofgelehrten Adam Olearius. Herzog Friedrich III. selbst erlebte die Fertigstellung im Jahre 1664 nicht mehr.
1713 wurde der Globus zur Abwendung eines Krieges an den russischen Zaren Peter der Große, der ihn "forderte", "verschenkt", um einen Krieg mit Russland abzuwenden. Da der Globus nicht durch die Tür passte, musste die Friedrichsburg aufgebrochen werden. Der Verlust des Globuses war gleichzeitig auch der Untergang des Gartens.
In einer dreijährigen abenteuerlichen dreieinhalbjährigen Reise wurde er per Schiff und auf Schlitten nach St. Petersburg gebracht.
Ein Globushaus, das Peter der Große in Petersburg für sein "Geschenk" plante, wurde nie fertig und so wurde der Globus mal hier, mal dort und schließlich in Zarskoje Selo, dem heutigen Puschkin untergebracht.
Im Herbst 1941 fanden während des 2. Weltkrieges deutsche "Kunstschutztruppen" den Globus in Puschkin und brachten ihn 1942 in Spezialgüterwagen unter dem Befehl des Schleswiger Denkmalpflegers Helmut Perseke nach Lübeck heim. Er blieb verpackt auf dem Krankenhausgelände in Neustadt stehen, um ihn nach gewonnenem Krieg nach Schleswig-Gottorf zurück zu bringen. Im Januar 1946 wurde er aber von der "britischen Kommission für Beutekunst" gefunden und nach Russland zurückgeführt.
Heute steht der Originalglobus im Turm des Lomonossow - Museums in St. Petersburg.
Glücksburg
(siehe unter Schloss Glücksburg)

Glücksburgische Friedrichsgarde
Siehe unter Friedrichsgarde.

Glutbecken / Fürfatt
Behälter der mit Glut gefüllt auf dem Tisch stand und dem Wärmen der Hände und dem Entzünden des Kienspans (s. d.) diente. (siehe auch unter Kiek und Fußkiek). Auch Schwefelhölzer in flüssigen Schwefel getauchte Holzspäne (Kienspan) brannten nur, wenn sie an Glut gehalten wurden. Die anreißbaren anfangs giftigen Phosphorzündhölzer waren noch nicht erfunden. Sie gab es erst ab 1800.

Göpel
Antriebsvorrichtung mit Pferdekraft für Maschinen wie die ersten Dresch- u. Häckselmaschinen aber auch für Rossmühlen (Graupen- und Grützmühlen). Das im Kreis gehende Pferd (Pferde) bewegte ein Zahnradgetriebe, welches über eine Welle die Maschinen antrieb.

Gottorp / Gottorf
Schloss und Amtsbezirk im Landesteil Schleswig. Um 1400 gab es im Herzogtum Schleswig das Amt Gottorp und das Amt Flensborg.
Die Ursprünge des Schlosses gehen auf die Burg Gottorp 1161 zurück. Sie war Residenz des Bischofs. 1268 fiel die Burg im Tauschgeschäft an die Schauenburger Grafen. 1492 vernichtete ein Feuer große Teile der Burg. Sie fiel erbrechtlich an den dänischen König Christian III., der 1530 ein großes neues Schloss (Westflügel) errichtete und von hier aus Dänemark regierte. Es begründete sich die Linie Schleswig-Holstein -Gottorf. In der Neujahrsnacht 1664/65 vernichtete ein erneuter Brand große Teile des Schlosses. In mehreren Bauabschnitten wurde es zur vierflügeligen Festungsanlage ausgebaut.
1713, nach verlorenem Krieg wurde Gottorp bis 1848 zum Sitz dänischer Stadthalter. Die Landesteile Schleswig und Holstein wurden verschiedenen Herren zugesprochen. Schleswig wurde von Gottorp und Holstein von Kiel aus regiert.

Grabbier
Früher übliches Bier nach einer Beerdigung.

Graften
(Nordfriesisch) Breite, häufig tiefe Gräben, die alte Warften umziehen.

Gran
Münz- und Apothekergewicht. 15 Gran = 1,0938 Gramm.

Grandmonarch
Abfällige Bezeichnung für Erdarbeiter die als Landstreicher bettelnd und nach einfacher leichter Arbeit suchend durchs Land zogen.

Grapengießer / Grapengeter
Beruf. Er goß metallene Grapen, Mörser usw.

Gräser
Beruf. Grasmäher, Wiesenwächter.

Grasgeld
Trieb ein Bauer mehr Vieh auf die Allmende (Gemeinschaftsweide) als ihm zustand, so musste er dafür Grasgeld bezahlen.

Gravamina
1) Beschwerden oder Vorwürfe über Missstände gegen Kirche oder Landesherren.
2) von Untertanen zu erbringende Abgabe an Kirche oder Landesherren.
3) allgemein eine Beeinträchtigung oder Belastung der Untertanen.

Gravenstein / Graasteen (Schloss)
Ort und Schloss in der Nähe Sonderburgs am nördlichen Ufer der Flensburger Förde. Es war die Sommerresidenz der dänischen Könige.
Das Schloss wurde von 1700 - 1708 für den Stadthalter der königlichen Landesteile im barocken Stil gebaut. 1757 brannten große Teile des Schlosses ab. 1757 wurde es mit schlichter Fassade wieder aufgebaut. 1700 wurde auch der sehenswerte Schlosspark im Stile eines englischen Gartens angelegt.
Hans Christian Andersen schrieb 1845 auf dem Schloss das Märchen "Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern".
1936 erhielt der Kronprinz Ferdinand das Schloss vom dänischen Staat als Hochzeitsgeschenk und seither zählt Gravenstein zu den königlichen Schlössern.
Gravenstein / Graasteen, (Gut)
Gravenstein war ursprünglich ein adeliges Gut der Familie von Ahlefeldt. Es war das mit Abstand größte Adelsgut im Herzogtum Schleswig. 1648 verkauften die von Ahlefeldts den Hof an den Herzog von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. 1662 kam es erneut an Seegaard wohin die Ahlefeldts erneut
ihren Stammsitz verlegten und mit dem Bau eines Herrenhauses begannen, das um 1700 den Charakter eines Schlosses annahm.
1725 gingen die Ahlefelds Konkurs und Gravenstein wurde ein selbständiges Gut zu dem umfangreiche Ländereien und die Siedlung gehörten. Neuer Besitzer war der Herzog von Augustenburg der zahlreiche benachbarte Güter hinzukaufte.
Vom Gut stammt die bekannte Apfelsorte "Gravensteiner".

Greede
(nordfriesisch) Grasland.

Groden
(auch Polder oder Koog) An der Nordseeküste durch Eindeichung und Entwässerung gewonnenes fruchtbares Marschland.

Groschen
Münze im Wert zwischen 7 - 10 Pfg. Später allg. 10 Pfennig.

Groschenseite / Pfennigseite
Mit Groschenseite bezeichnete man den östlichen, zum Süder- und Norderhofenden   ( s. d.) abfallenden Teil des Holms bzw. der Großen Straße. Hier befanden sich die großen wertvollen Handelshöfe der Reichen. Die entgegengesetzte ansteigende Seite westlich des Holms und der Großen Straße nannte man die Pfennigseite, weil hier die zwar auch noch "betuchten" aber ärmeren Bürger ihre Häuser hatten.

Grote Manndränke / Mandränke
Eine der zwei großen Sturmfluten. (s. d.)

Grützbank
Eine kistenförmige Bank zum Sitzen und zur Unterbringung von Grütze, von Mehl und anderen Vorräten. Abends wurde sie zu einer Schlafgelegenheit für die Kinder.

Grützquere
Steinerne Mühle für den Handbetrieb zum Mahlen von Korn, die nicht dem Mühlenzwang unterlag. 1797 z. B. zahlten Kätner und Insten des Gutes Roest 18 Schilling pro Jahr für den Gebrauch einer Grützquere.

Grundherrschaften im Herzogtum Schleswig
Der Grund und Boden Angelns verteilte sich auf nachfolgende Grundherrschaften:
1) Geistliche Grundherrschaften. Zu ihnen gehörten der Bischof, die Domkirche in Schleswig, das kirchlichen Domkapitel.
2) Klösterliche Grundherrschaften. Zu ihnen gehörten das Rude-Kloster, das Streugut des Klosters St. Johannis bis zur Reformation und das Grundgebiet des Klosters Mohrkirchen.
3) Grundherrschaft des Adels. Seit 1713 wurden sie unter dem Namen I. Angler Güterdistrikt zusammengeschlossen. Jeder adelige Gutsbezirk bildete dennoch in Verwaltung und Gerichtsbarkeit ein Gemeinwesen für sich.

Grundsteuermutterrolle
Teil der Landessteuerbücher. Amtliches Verzeichnis der Grundstücke im Sinne der Grundbuchordnung. In Schleswig-Holstein wurde daraus 1920 das Liegenschaftsbuch.

Gudemannen
Auch Heermannen (s. d.) oder Freimannen genannt.
Mannen, die gegen Leistung des Rossdienstes (Heermannen) ihr eigenes Land steuerfrei besaßen und von öffentlichen Abgaben und Diensten befreit waren (Freimannen). Im Laufe der Zeit wurden sie Gudemannen genannt, d. h. Männer von guter Abstammung. In Schleswig fand bis ins 15. Jh. ein ständiger Nachschub vom Bauernstand in den Heermannenadel statt. Umgekehrt konnte ein Gudemann aber auch in den Bauernstand mit all seinen Verpflichtungen zurücksinken, wenn er den Rossdienst nicht mehr erfüllen konnte.
Die wirtschaftliche Macht der Gudemannen war gering, weil sie nie eine Gemeinschaft untereinander entwickelten.
In Holstein beruhte der Rossdienst auf dem Lehen, in Schleswig auf der Steuerfreiheit.

Guffr / Gummr
Beim Anerbenrecht erbte immer nur ein Kind (meistens der älteste Sohn) den Hof. Die weichenden Geschwister wurden auf andere Höfe verheiratet, arbeiteten als Knecht bei ihrem Bruder dem Hoferben oder in bevorzugter Stellung als Guffr = Gutvater (Onkel der Kinder des Hoferben). Die weichende Schwester des Hoferben in dieser Stellung wurde Gummr = Gutmutter genannt.

Guldholm / Güldenholm
1192 eingeweites Benediktinerkloster am Langsee, etwa 6 Km nördlich von Schleswig. Es sollte den Namen "aurea insula" die Goldene Insel tragen. Goldig aber waren die Zeiten für die Benediktinermönche allerdings nicht, denn ihr Bischof lies sie von Zisterziensermönchen nach den wesentlich strengeren Zisterzienserregeln "erziehen". Die Benediktinermönche waren wegen ihres unsittlichen Lebenswandels mit den Nonnen im Doppelkloster St. Johannes/St. Miachelis (s. d.) nach Guldholm versetzt worden.
Guldholm lag am Langsee in einer sehr feuchten Niederung mit sehr ungesundem Klima und darum wurde das Kloster schon bald aufgegeben und die Mönche zogen 1209/10 ins Rudekloster "rus regis" (s. d.) nach Glücksburg.

Gürtler
Beruf. Er fertigt Metallbeschläge für Riemen und Gürtel.

Gut Arlewatthof
(siehe unter Arlewatt)

Gut Drült
(siehe unter Drült)

Gut Gelting
(siehe unter Gelting)

Gut Gravenstein
(siehe unter Gravenstein)

Gut Lundsgaard
(siehe unter Lundsgaard)

Gut Mohrkirch
(siehe unter Mohrkirch)

Gut Oehe
(siehe unter Oehe)

Gut Roest
(siehe unter Roest)

Gut Rundhof
(siehe unter Rundhof)

Gutsbier
Selbstgebrautes Bier in der Art des Malzbieres. (s. unter Bierbrauen)

Gutsschule
Niederste Form des Schulwesens in den gutseigenen Schulen. Hier wurde das Lesen und Schreibenlernen nicht gefördert sondern hintertrieben. Gutsherren wollten keine gebildeten Leibeigenen. Gelehrt wurde nur bedingungsloser Gehorsam gegenüber dem Gutsherrn. Es gab nur wenige Ausnahmen, in denen sich auch die Gutsherren um die Ausbildung der Kinder von Untergehörigen kümmerten. So die Gutsherrin von Rumohr, die 1748 drei Distriktschulen für ihre Untergehörigen schuf und sie mit Industrieschulen verband. Hier lernten die Jungen neben Lesen, Schreiben und rechnen zu Handwerkern und die Mädchen zu spinnen und zu weben.
(siehe auch unter Schule)

Gütler
Besitzer eines kleinen Gutes.