F


Faber
1) Handwerker.
2) lat. für Schmied

Fach
Maß von Fachwerkhäusern. Die Länge eines Faches zwischen zwei senkrechen Stützbalken betru in Angeln 1,75 m woanders auch 2,40 bis 2,50 m. Ein ganzes Haus hatte eine Länge von 8 Fach, 10 Fach usw..

Faden
1) Holzmaß, 1 Faden Holz = ca. 1,3 Raummeter Holz
2) Längenmaß im Garnhandel.

Faelled / Felledt
(dän.) Gemeinweide.

Fährgerechtsame
Seit dem Mittelalter das vom Landesherrn vergebene Recht eine Fähre zur Übersetzung von Personen und Gütern zu betreiben. Die Fährgerechtsame war mit einem Gebietsschutz versehen, sodass kein Zweiter diese Tätigkeit ausüben durfte. Oft war die Gerechtsame vererbbar und ging vom Vater auf den Sohn über.
1800 wurden die erteilten Fährgerechtsamen für die Inseln und Halligen von der Generalpostdirektion in Kopenhagen übernommen und auch vergeben. Das geschah nicht immer mit Zustimmung und Freude der Beteiligten und führte teilweise zu chaotischen Verhältnissen.
Mit dem Bau von Brücken über die Flüsse verschwanden nach und nach die Fährstellen.

Fahrensmann
Seemann, Matrose.
Fahrhabe
1) Familienvermögen. Es setzte sich zusammen aus dem, was die Frau in die Ehe brachte, und dem was während der Ehe gemeinsam erworben wurde und aus Erbschaften die in die Ehe gelangten.
2) Bewegliche Sachen die nicht als Gebäude oder bauliche Einrichtung galten, wie Gerätschaften, Vieh usw..
Siehe auch unter Felag.

Fahrrad
Das erste von Menschenkraft angetriebene Fahrrad stammte aus dem 18. Jh. Als Erfinder des Zweirades (Laufmaschine = Draisine) aus Holz bei dem man sich mit den Füßen abstieß wurde Freiherr Karl Drais 1817 als Erfinder genannt. Es folgte 1869 der Pedalantrieb über das Vorderrad. 1878 folgte der Kettenantrieb über das Hinterrad. 1870 entwickelte sich das Hochrad. 1888 wurde der aufblasbare Luftreifen erfunden.
In Angeln tauchten die ersten Fahrräder um 1880 auf, 1893 erste Räder mit Luftreifen.
Siehe auch unter Radfahrerkarte.

fame mortus
(lat.) durch Hunger gestorben.

Familienscheiden
Grenzen über die hinweg kaum geheiratet wurde. So war z. B. die Schlei zwischen Schwansen und Angeln eine solche Familienscheide. Auch Standesunterschiede z. B. zwischen Hufnern und Kätnern waren solche Familienscheiden. Eine Freibauerntochter heiratete keinen Kätner. Auch Sprachräume z. B. zwischen Nordfriesland und der Schleswigschen Geest waren solche Familienscheiden. Es gab sie sogar zwischen verfeindeten Dörfer.

Faulfieber / Fleckfieber / Flecktyphus
Durch Läuse, Flöhe und Zecken übertragenes hitziges Fleckfieber = früher auch Hunger- oder Kriegstyphus genannt.
Im Jahrzehnt von 1639 - 1648 (Dreißigjähriger Krieg) starben im Kirchspiel Ladelund 50 % der Kinder bis zum zweiten Lebensjahr.
1657 bis 1661 überfluteten Brandenburger, kaiserliche und polnische Truppen die Herzogtümer und brachten den Flecktyphus wie das Faulfieber auch genannt wurde, zu uns. Es breitete sich pestlenzartig und epidemisch aus.

Faustrecht
Recht der Adeligen ihre Ansprüche ohne gerichtliche Hilfe mit "gewaffneter Hand" durchzusetzen.

Federkiel
(siehe unter Gänsekiel)

Federschützen
Gehilfen des Oberjägers, die für die Jagd von Federwild für den Hof zuständig waren.

Felag
Häusliche Gütergemeinschaft zwischen Eltern und Kindern im Jütschen Recht nach dem jedes Familienmitglied einen ideellen Anteil (Kopfteil) am Familienvermögen (Fahrhabe) hatte.

Feldaufteilung
(siehe unter Verkoppelung)

Feldgemeinschaft
Aus dem 12. Jh. stammende Form der Gemeinschaftsbewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen durch alle Bauern eines Ortes. Einzelne Arbeitsmaßnahmen (Bodenbearbeitung, Bestellung, Ernte) durften nur gemeinsam durchgeführt wurden. Regeln dafür gaben sich die Bauern in einer Beliebung (s. d.).
Die Feldgemeinschaften minderten jeden landwirtschaftlichen Fortschritt und so kamen schon 1739 Bestrebungen von Graf Rantzau zur Verkoppelung (s. d.) auf.
Staatlicherseits wurde 1766 das 1. Landverteilungsgesetz für das Herzogtum Schleswig verabschiedet, der 1770 die Aufhebung der Feldgemeinschaft folgte.

Feldgeschworener
einer der sieben Dorfgeschworenen, die verwischte oder strittige Grenzen wieder herstellten.

Feldreiter
Gendarm, Polizist.

Feldscher
1) Früher Militärarzt der untersten Stufe der als Handwerksarzt beim Heer arbeitete.
2) Ungelernter Landarzt ab dem 14. Jh.

Fennen
Weiden (Wiesen) in Nordfriesland. Allgemein Acker-, Moor- und Weideland. Die Ansprüche der Interessenten (s. d.) waren im Fennebuch niedergelegt. Die Größe der beanspruchten Fenne zur Beweidung wurden nach Notsgras (Kuhgras) (0,8624 ha), Kalbsgras 80,1437 ha), Schafsgras und Lammgras 80,1069 ha) definiert.

Fensterbier / Fensterbierscheibe
Fensterscheiben waren vom 16- bis 18. Jahrhundert teuer. Ab dem 15. Jh. gab es in städtischen Häusern erste in Blei gefasste Fensterscheiben. Es bürgerte sich ein, Bauherren mit einer Fensterscheibe zu beschenken. Oft wurden diese mit Wappen bemalt. Zur Übergabe der Scheiben wurde ein Fest veranstaltet. Das kredenzte Bier hieß Fensterbier, die Scheibe Fensterbierscheibe. Später wurden diese ausufernden Feste von der Obrigkeit verboten und mit Strafen belegt.

Fensterscheiben
Bis weit ins Mittelalter hinein gab es bei uns keine Fensterscheiben. In mittelalterlichen Häusern wurden Fenster (so es sie überhaupt gab) und Türen mit Fellen, Tüchern oder Teppichen zugehängt. Später spannte man in die Fenster geölte Tierhäute, Tierblasen und Pergament oder in Öl getränktes Leinen um etwas Licht eindringen zu lassen.
Im 11. Jh. entwickelten deutsche Glasmacher eine Technik zur Produktion von kleinen Glasplatten. Im 13. Jh. wurde diese Technik in Venedig verbessert. Für die Architektur waren sie aber nur ausnahmsweise in Sakralbauten geeignet. Zu den ältesten Gebäuden mit Glasfenstern zählen in Deutschland das Kloster Tegernsee aus dem 10. Jh. und der 100 Jahre jüngere Augsburger Dom. Die Ausmaße der Glasplatten blieb gering.
Erst ab dem 15. Jh. begann die Glasmalerei und erhielten öffentliche Gebäude und Häuser reicher Kaufleute Glasfenster. Es handelte sich um bleigefasste kleine Scheiben, die aneinandergesetzt eine größere Fläche ergaben.
1688 wurde in Frankreich ein Plattengießverfahren für Glas entwickelt, das erstmalig die Herstellung etwas größerer Glasplatten zuließ. Es war aber blind und nicht als Fensterglas, sondern nur für Spiegel geeignet.
Ab 1900 wurde Flachglas (die spätere Glasscheibe) entwickelt.
Zwischen 1910 und 1925 wurde in Holland eine erste Fensterglasfabrik gebaut.
Seit 1927 wurden die Techniken in vielen Teilen der westlichen Welt verfeinert. Der eigentliche Durchbruch der Fensterscheiben in großen Flächen, gleichmäßiger Stärke, guter Lichtdurchlässigkeit, Blasenfreiheit, zu bezahlbaren Preisen begann aber erst nach dem 2. Weltkrieg.

Festebohl / Feste / Festebrief / Festegeld
Eine Bohl (s. d.) ist ein "Bäuerlicher Betrieb". Das Wort Feste bedeutet "Fester Vertrag" in Bezug auf Pacht und Lebenszeit.
Eine Festebohl wurde in aller Regel auf Lebenszeit verfestet und wurde vom Vater auf den Sohn vererbt. Der Festevertrag musste dann jeweils erneuert werden.
Der Festebauer war Eigentümer der Gebäude, der Geräte und der Tiere aber Pächter des Landes bei der Grundherrschaft (s. d.). Für diese Pacht erhielt er einen Festebrief und zahlte ein Festegeld. Er war fast immer auch zu Dienstleistungen und Naturalabgaben verpflichtet. Im 17. Jh. wurden diese durch Zahlung eines Dienstgeldes (s. d.) abgelöst.

Festekätner
Auch Festeleute, Lansten oder Fester genannt. = Pachtbauern, Pächter von Katen. Die Feste war eine Art Erbpachtverhältnis mit dem König. Die Feste wurde genauso vererbt wie eine eigene Kate, Hufe oder Bohle, nur musste der Übernehmer neu festen. Häufig gehörten die Gebäude und der Beschlag sowie das Vieh den Festekätnern. Grund und Boden waren im Besitz des Königs. Die Festen wurden im Laufe des 19 Jahrhunderts abgelöst.

Fething / Feting
Bassin, Grube, Teich zum Sammeln von Regenwasser von den Dächern als Trinkwasser fürs Vieh und zum Feuerlöschen. Besonders auf den Halligen (s. d.) anzutreffen.
Da sie offen waren und auch Dung und Vogelkot hineingelangen konnte, eigneten sie sich nicht als Trinkwasserbehälter. Bei Hochwasser wurde das Wasser häufig durch Meerwasser versalzen.
Für das Trinkwasser wurden besondere Zisternen (s. d.) angelegt.
In trockenen Sommern war die Not auf den Halligen groß und trieb die Bewohner zur Verzweiflung.

Feuer-Ausgießen
Strafe die sich gegen abgabepflichtige Bauern richtete, die ihrer Schuldigkeit nicht nachkamen. Durch das Löschen des Herdfeuers (Feuer-Ausgießen) durch den Gläubiger (Vertreter der Obrigkeit oder des Gutsherrn) wurde ihnen das Recht zum Haushalten entzogen. Jedenfalls so lange, bis sie ihrer Pflicht nachgekommen waren.
Fachten die Betroffenen ohne Erlaubnis das Herdfeuer wieder an, wurden sie zu einer Geldbrüche verurteilt und ins Brücheregister (s. d.) eingetragen. Dieser Brauch konzentrierte sich überwiegend auf den Geestrücken und auf Angeln in der Zeit des 17. Jh..
Dieses zwangsweise Feuer-Ausgießen hatte nichts mit dem Brauch des Herdfeuerlöschens und - Wiederanzündens bei Hofübergaben zu tun.

Feuersbrünste
Zwischen 1176 und 1402 zerstörten sieben Brandkatastrophen große Teile der Stadt Ribe.
1248 Großes Feuer in Flensburg.
1414 brennt Tönning nieder.
1485 Großbrand in Flensburg. Der ganze Südteil brannte nieder.
1540 und 1549 Brände in Husum,
1564 in der Neujahrsnacht vernichtet ein Brand große Teile des Schlosses Gottorf.
1580 wurden in Riebe 213 Häuser durch einen Großbrand zerstört.
1627 wurde Haderleben von einem großen Feuer heimgesucht.
1669 und 1671 Große Feuer in Apenrade;

Feuerwehr / Löschen
Der Brandschutz früher Zeiten bestand aus Singen und Beten. Heilige Schutzpatrone wie der Heiliige St. Florian gegen Feuer und Wasser wurden angerufen.
Erste primitive Löschgeräte bestanden aus ledernen Löscheimern, ("Durch der Hände lange Kette um die Wette fliegt der Eimer" aus Schillers Glocke), Feuerhaken und Feuerpatschen.
Dorfbewohner bildeten eine Doppelkette (Brandkette) von der Wasser- zur Brandstelle und der lederne Wassereimer ging von Hand zu Hand und zurück.
Jeder Haushalt hatte einen Eimer der mit Nummer versehen war., einen Feuerhaken und eine Feuerpatsche, Wer an die Brandkette trat musste sich sofort einreihen.
Beim Wiederaufbau half das ganze Dorf. (siehe unter Hausbau).
1847 wurde in Ulm die erste Freiwillige Feuerwehr in Deutschland gegründet. 1853 entstand der Deutsche Feuerwehrverband. Die Freiwillige Feuerwehr entstand neben der schon bestehenden Zwangsfeuerwehr für jede Gemeinde.
1878 schlossen sich alle gesunden Männer des Dorfes Havetoftloit zu einer Feuerwehr zusammen.
1883 entstand eine Freiwillige Feuerwehr in Süderbrarup.
1887 wurde in Nordfriesland eine erste Freiwillige Feuerwehr gegründet.
Die älteste Handdruck-Feuerspritze stammte aus 1729, Spritzen mit Windkessel gab es seit 1850, Schiebkarrenspritzen, Dampfspritzen seit 1880. Für den Winter gab es auch Kufenspritzen.
Die Spritzen wurden von Spritzenwärtern gepflegt und gewartet. Der Spritzenwärter war gleichzeitig Vorgesetzter seiner Spritzenleute Rohrführer und Pumper. Ihren Lohn bekamen sie von der Gemeinde. Bei einem Brand bekam der Spritzenführer ab dem Jahr 1856 für jede 12 Stunden 1 Rth., jeder Pumper 48 Schilling,
Die Geräte waren im Spritzenhaus untergebracht.
Am 12. Februar 1882 wurde in Oevenum auf Föhr die erste deutsche und auch erste europäische "freiwillige Jugendfeuerwehr" gegründet. Jeder Jungmann musste von zu Hause einen blauen Kittel und einen ledernen Riemen mitbringen. Als Kopfbedeckung dienten die ausrangierten Mützen der alten Feuerwehrmänner. Für die Anschaffung von Löschgeräten wurden Dorfsammlungen durchgeführt.

Fideicommiss
Unteilbarer unveräußerlicher Grundbesitz mit nur männlicher Erbfolge. Immer bei Stammsitzen / Stammgütern um den Besitzstand geschlossen zu erhalten. Fideicommiss war grundsätzlich unveräußerlich und unbelastbar. Geschaffen um Familienvermögen über lange Zeiten in Eigenbesitz zu behalten.

Fidibus
harzreicher Holzspan oder ein gefalteter Papierstreifen der als Hilfe zum Anzünden von Feuer und Tranlampen diente.

Fiktualien
Spätmittelalterlicher Ausdruck für Lebensmittel. Siehe unter Victualien.

Filbyter
Wörtlich Fohlenbeißer, Pferdebeschneider der mit primitiven Methoden Hengstfohlen kastriert indem er die Testikel (Hoden) abbeißt. (siehe unter Wallacher). Eine Methode die bis vor kurzem noch von den Lappen bei Renntieren angewandt wurde.

filia
(lat.) Tochter. Filia naturalis = eheliche Tochter. Filia illegitima = uneheliche Tochter.

filiaster
(lat.) Stiefsohn, auch für Schwiegersohn.

filiation
(lat.) Abstammung.

filius
(lat.) Sohn. Siehe auch unter fila. filius illegitimus = unehelicher Sohn.

Filtmacher / Viltmacher
Beruf. Er fertigte aus Wolle und Filz Hüte.

Fiscal / Fiskal
Beamter für Gerechtsame des Fiscus (Staatsbeamter)

Fischweker / Fischweicher
Beruf. Er weichte getrockneten Stockfisch (Trockenfisch)

Flächenmaße
1 Heitscheffel (Htsch.) = Getreidemaß = 144 Quadratruten (Rt.) = 112,5 l, = 0,3024 ha = 30,24 a = 6 Schipp je 24 Rt.) Im Weizenhandel = 112,5 Liter.
1 Quadratrute = 256 Quadratfuß
Da es 15 verschiedene Ruten-Längen gab, variierten dem entsprechend auch die Flächen der Quadratruten zwischen 9,85 qm bis 27,37 qm.
1 Quadratmeile = 561/4 qkm.
1 Schipp(Saat) = 24 Quadratruten (heute 504,56 qm
1 Heitscheffel = 6 Schipp = 144 Quadratruten (heute = 0,3027 ha) In Angeln 3024 bis 3027 Quadratmeter, bei den Bauern 3/10 ha = 3000 Quadratmeter, (30 a), das kann man gut im Kopf umrechnen.
1 Himpten = ca. 21 Ar.
1 große Tonne = 320 Quadratruten (Rt.) = 0,6727 ha = 8 Scheffel je 40 Rt.
1 kleine Tonne = 240 Quadratruten = 1/2 ha
1 köngl. Tonne = 260 Quadratruten = 54,17 a
1 Mark Goldes = 8 Mark Silbers je nach Bodenqualität bis 20 Heitscheffel Land.
1 Demat (Friesland) etwa 0,5 ha eingeteilt in 6 Saat zu je 36 Quadratruten.
1 Ruthe (Friesland) etwa 4,80 m / Angeln etwa 3,9 m

Flachs
Gemeiner Lein (Linum). Neben Buchweizen bis Mitte des 19. Jh. hinein sehr arbeitsaufwendige Hauptkulturpflanze zur Gewinnung von Leinen das der Herstellung der Kleidung diente und häufig als Deputat an Knechte und Mägde gezahlt wurde.
(siehe auch unter Dreschächt)
Flachs wurde nach dem Ziehen gebrakt, geschwungen, gehechelt, gesponnen und gewebt. Ein sehr anstrengender und mühevoller Prozess.
In einigen Orten gab es im 18. bis ins 19. Jh. Flachsbrechereien in die man seinen Flachs bringen konnte.
Bevor das Leinen (s. d.) gebraucht werden konnte musste es gebleicht werden.

Flaggentage (Dänemark)
Es gibt in Dänemark gesetzlich vorgeschriebene Flaggentage, an denen das Dannebrog (s. d.) geflaggt werden muss. Diese sind:
1. Januar Neujahr
11. März König Frederik IX.
28. März Königin Ingrid
9. April Besetzung Dänemarks (1940) Flagge bis 14.°° Uhr auf Halbmast dann auf Vollmast.
16. April Thronfolgerin Prinzessin Margarethe
27. April Erbprinzessin Caroline Mathilde
5. Mai Dänemarks Befreiung (1945)
5. Juni Tag des Grundgesetzes
15. Juni Waldemarstag, Widervereinigungstag (1920), Dannebrog (1219)
27. Juli Erbprinz Knud
24. Oktober Tag der Vereinten Nationen
25. Dezember Weihnachtstag
Geflaggt wird außerdem am Karfreitag auf Halbmast und am Ostersonntag, Christi Himmelfahrtstag und Pfingstsonntag.

Flecken
ländlicher Mittelpunkt für umliegende Dörfer mit eigenem Marktplatz und mit gemindertem Stadtrecht (Fleckengerechtigkeit) wie z.B. dem Marktrecht.

Fleckengerechtigkeit
Rechtliche Anerkennung als Flecken.
1421 Husum; 1707 Wyk auf Föhr; 1842 Glücksburg; 1846 Kappeln;

Fleckenrepräsentant
siehe Wröger.

Flensburg
Heute eine kreisfreie Hafenstadt im Norden Schleswig-Holsteins an der Flensburger Förde. Sie war die nördlichste Stadt Deutschlands und gilt als "Tor des Nordens".
Der Name der Stadt ist nicht geklärt. Entweder von Ritter Fleno oder der Flensau (Flens = Art Riedgras das an einer Au wächst). Erstmals wurde der Name 1240 in einem Brief Herzog Abels erwähnt.
Ende des 12. Jh. entstanden am Ende der Förde erste Siedlungen und später Kirchen. Es waren dänische Handels- und Fischersiedlungen.
Vier Gründe gab es für die Ansiedlung und Entwicklung:
* Der Hafen war sicher und bot Schutz vor Stürmen.
* Die Handelsstraße Nord-Süd (Ochsenweg s. d.) von Jütland kommend ging nahe vorbei.
* Die Handelsstraße Ost-West zwischen Nordfriesland und Angeln (Angelbowege) kreuzte hier den Ochsenweg.
* Es gab am Ende der Förde ein großes Vorkommen von Heringen.
Die Siedlungen wuchsen nach der Vernichtung der Wenden unter Waldemar I. zu einem größeren Ort zusammen und entwickelten sich unter dem Einfluss der Knuds-Gilde (s. d.).
1248 wurde Flensburg bei den Kämpfen zwischen König Erich Plogpenning und seinem Bruder Abel zerstört und wieder aufgebaut.
1248 erhielt Flensburg das Stadtrecht. Flensburg war weder Mitglied im Heiligen Römischen Reich noch in der Hanse, hatte aber durch Dänemark viele Privilegien. Im gleichen Jahr kam es zu einem großen Feuer in Flensburg.
1345 beginnt man mit dem Bau einer Stadtmauer und den drei Stadttoren Nordertor - Friesisches Tor - Johannistor.
Ab 1409 begannen erste Auseinandersetzungen zwischen Holstein und Dänemark um die Vormachtstellung in Schleswig. 1411 wurden große Teile des Herzogtums Schleswigs an Dänemark abgetreten und es wurde in Flensburg die Duburg (s. d.) gebaut.
1412 starb nicht nur Königin Margarethe I. auf ihrem Schiff im Flensburger Hafen an der Pest, sondern ein Großteil der Bevölkerung wurde dahingerafft.
1485 brannte bei einer Feuersbrunst der gesamte Südteil der Stadt nieder. Auch schwere Stürme führten zu verheerenden Hochwassern in der Stadt.
Ab 1526 predigte der Husumer Reformator Tast in Flensburg und die Stadt wendete sich der lutherischen Lehre zu.
Nach der Reformation wendete sich Flensburg immer mehr der deutschen Kultur und Sprache zu während das Umland dänisch gesonnen blieb.
1530 wurde das Franziskanerkloster ein Armenhaus.
Im 16. Jh. ging die Hanse nieder und Flensburg gewann als Handelszentrum im skandinavischen Raum immer mehr an Bedeutung. Die wichtigsten Handelswaren waren Heringe, Zucker und Tran. Viele Flensburger beteiligten sich an der Grönlandfahrt und dem Walfang (s. d.). Zwischen 1460 und 1864 war Flensburg neben Kopenhagen der zweitgrößte Hafen im Dänischen Gesamtstaat (s. d.).
Verstärkt wurde dieser Aufschwung durch den Zuzug westfälischer Kaufleute, die lange Zeit als Händler und Bürgermeister die Entwicklung Flensburgs beeinflussten.
Der Dreißigjährige Krieg, der Einfall Wallensteins 1627 und 1628 und die Dänisch-Schwedischen Kriege 1643-1645 und 1657-1660 fügten der Wirtschaft Flensburgs schweren Schaden zu. Gegen Ende des Jh. wurden nur noch 600 Familien in Flensburg gezählt. 1680 war die Einwohnerschaft Flensburgs auf 730 Bürger und die Flotte auf 20 Schiffe geschrumpft.
Erst im 18. Jh. begann Dank des Rumhandels eine erneute Blütezeit. Rohrzucker aus den dänisch-westindischen Kolonien wurde importiert und in Flensburg raffiniert und entwickelte sich zur Produktion von Rum-Verschnitt. Er wurde in ganz Europa vertrieben und begründete den Bekanntheitsgrad Flensburgs. Flensburg hatte über 20 Rumhäuser und 200 Brennereien.
1889 wurde Flensburg kreisfreie Stadt, blieb aber Sitz des Landkreises Flensburg.
1920 bei der Abstimmung (s. d.) stimmte Flensburg für den Verbleib in Deutschland und es kam zur Grenzziehung zwischen Deutschland und Dänemark. Große Teile des nördlich gelegenen Umlands fielen aber an Dänemark. Handelswege in den Norden wurden zerstört, Absatzmärkte und Arbeitsplätze gingen im Norden verloren.
1945 wurde Flensburg für kurze Zeit Sitz der Deutschen Reichsregierung. Nach der Kapitulation litt Flensburg unter einem viel zu starken Zuzug von Ausgebombten, Heimatvertrieben und Flüchtlingen. Die Stadt wuchs von etwa 80.000 auf 120.000 Menschen an, die untergebracht und mit Wohnung, Heizung, Nahrung und Medizin versorgt sein wollten. Obwohl Flensburg im Krieg nicht zerstört wurde erwuchs hieraus ein kaum zu bewältigendes Problem mit Obdachlosigkeit und Hunger.
Heute ist Flensburg Universitätsstadt und beherbergt das Kraftfahrtbundesamt (s. d.).

Flensburger Abkommen
Das Flensburger Abkommen vom 19. 9. 1581 legte die Rechte der einzelnen Mitglieder des Hauses Oldenburg, das die Könige von Dänemark und die Herzöge von Gottorf stellte, fest. Es blieb zwar die im Vertrag von Ribe (s. d.) festgelegte Einheit von Schleswig-Holstein erhalten, aber es wurde jetzt aufgeteilt in einen königlichen und einen gottorfer Anteil und das Gebiet der gemeinschaftlichen Regierung, die jährlich zwischen dem dänischen König und dem Herzog von Gottorf - Schleswig wechselte.
Danach war der dänische König Repräsentant des ganzen Reiches ohne Ausnahme und zwar als Oberlehnsherr von Schleswig und Lehnherr des deutschen Kaisers von Holstein. Er regierte den Königlichen Anteil beider Herzogtümer und abwechselnd mit dem Herzog von Gottorf die gemeinschaftlichen Anteile.
Der Herzog von Gottorf war Herzog von Schleswig und Holstein gemeinsam mit dem König. Er regierte den herzoglichen Anteil beider Herzogtümer und war im Wechsel mit dem König Mitregent des gemeinschaftlichen Anteils. Als Herzog von Holstein war er Lehnsmann des deutschen Kaisers und als Herzog von Schleswig Lehnsmann des dänischen Königs.

Fletfahrer
Altenteiler nach dem Jütschen Low. Wenn er den Hof übergab bot er sich dem Erben als Fletfahrer an. Er konnte sich auch bei einem anderen Familienmitglied der nicht Hoferbe war als Fletfahrer anbieten. Der Begebungsakt war aber unwiderruflich. Der Fletfahrer verlor seine Freizügigkeit auf dem Hof und seine rechtliche Stellung war sehr begrenzt. Das Jütsche Recht stellte den Fletfahrer einem Unfreien gleich.

Flett
Offene Wohnküche in alten Hallenhäusern (s. d.) am Ende der Diele die die gesamte Hausbreite einnahm. Mitten im Flett befand sich die 1,5 qm große offene Feuerstelle die mit Feldsteinen eingefasst war.

Fleute
Siehe unter Schiffstypen.

Fliegenglas
Mit Essig gefülltes Glas als Fliegenfänger. Diese wurden mit Zucker angelockt und ertranken im Essig.

Flottenkommando
siehe unter Meierwik.

Flütten
Mit Haus und Hof umziehen.

Flurzwang
Verpflichtung für Bauern sich in der Feldgemeinschaft (s. d.) zu vorgeschriebenen Zeiten an vorgeschriebene Bestell- und Erntezeiten zu halten. Wegen fehlender Zuwegung zu den einzelnen Gewannen (s. d.) musste die jeweilige Flurlage von allen am gleichen Tag bestellt und beerntet werden. Dieses galt allgemein vom Mittelalter bis um Mitte des 19. Jh. örtlich auch länger.

Fluten /Sturmfluten / Hochwasser

Anno 516
"war ein Grothe Water Floth aver gantz Fresland ergangen, darinne waren aver 6000 Minschen und veel mehr Vehe umgekamen."
16. 2. 1162
"war noch ein Grothe Wather Flodt geweßen, und waren veel dusend Minschen und Vehe n der Elve und Weser verdrenket."
17. 2. 1164
Erste Julianenflut oder Hollandflut. Erste bezeugte Sturmflut die vor allem in Niedersachen Schäden anrichtete und die Entstehung des Jadebusens und der Zuidersee einleitete. Mönche schrieben von 20.000 Toten. Das Wasser stand 12 Meilen ins Land.
Anno 1204
"war ein sehr hoge Flodt ergangen, diese Flod is na der Söndflod (Sintflut) de aller groteste gewesen, und sint vele dusend Minschen und Vehe verdrenket" (Nordstrand)
16. 1. 1219
Marcellusflut von Hagel und Vollmond begleitet. Betraf Westfriesland und die Küste Schleswig-Holsteins. 10.000 Tote. Die sächsische Weltchronik sprach von 36.000 Toten insgesamt.
1228
niederländische und Friesische Küste. 100.000 Tote.
25. 12. 1277
Weihnachtsflut in Friesland
13./14. 12. 1287
Luciaflut an der deutschen Küste mit 50.000 Toten. Ganze Siedlungen wurden vernichtet und neue Dörfer entstanden weiter im Inland.
16. 1. 1300
"is so ein grote Flodt gewesen, dat idt Water is aver de högesten Dyke gegangen, gewölet, gewütet, und in alle Marschländer, Stede und Dorpern umme geworpen, damals is Rungehold mit 28 Carspeln (Kirchspielen) under gegangen.
23. 11. 1334
Clemensflut.
15. - 17. 1. 1362
Zweite Marcellusflut auch Erste Grote Manndränke, gesamtes Nordseegebiet 100.000 Tote. Untergang von Rungholt (s. d.). Sie führte zu einer starken Veränderung der Nordseeküste. Entstehung der Inseln und Halligen. Rungholt (s. d.) versinkt.
9. 10. 1374
Erste Dionysiusflut mit höherem Wasserstand als bei der Zweiten Marcellusflut. Erhebliche Überschwemmungen und Verluste von Dörfern an der Küste.
9. 10. 1377
Zweite Dionysiusflut, deutsche Küste.
1400
Friesenflut
21. 11. 1412
Cäcilienflut, deutsche Bucht. Kaum Küstenschäden dafür starke an der Unterelbe (Finkenwerder, Ochsenwerder, Moorwerder, Altes Land. Insgesamt 30.000 Tote.
1. 11. 1436
Allerheiligenflut 1436, gesamte Nordsee besonders Eiderstedt und Nordstrand, 500 Tote, Allein in Tetenbüll 180 Tote.
6. 1. 1468
Ursulaflut, Eiderstedt ohne Landverluste.
26. 9. 1509
Kosmas- (Cosmas) und Damianflut. Wasser stand "eine Tonne über allen Deichen". Der Dollart erreicht seine größte Ausdehnung.
16. 1. 1511
Anthoniflut. Eisflut.
31. 10. 1532
Dritte Allerheiligenflut. 2. Untergang des teilweise wieder aufgebauten Rungholts. Tausende Tote. Allein in Eiderstedt 1.100, in Koldenbüttel 100 und in Witzwort 60 Tote. In Nordstrand 1.500 Tote. Wasserstand 4, 16 m über NN.
1./2. 11. 1570
Allerheiligenflut 1570, 20.000 Tote. Es entstand der Spruch: "Allerheiligendag Vrisland veel beklagen mag."
21. 8. 1573
Kornflut. War gar nicht so hoch traf aber auf beschädigte Deiche der Allerheiligenflut und überschwemmte weite Teile des Landes und zerstörte die Ernte.
Dezember 1593
Weihnachtsflut 1593, erhebliche Deichbrüche in Nordfriesland.
1. 12. 1615
Große Schadensflut, viele Dörfer und deren Friedhöfe wurden verwüstet. 300 Tote.
10. und 26. 2. 1625
Fastnachtsflut, wurde auch Eisflut genannt. Schäden in allen Marschländern.
11./12. 10. 1634
Burchardiflut, auch Zweite Grote Manndränke oder St.-Pauli-Bekehrungsnachflut zwischen Ribe und Brunsbüttel. Zertrennung von Nordstrand, 15.000 Tote. Allein in Nordfriesland 9.000 Tote und 50.000 Stück Vieh. An 44 Stellen brachen in Nordfriesland die Deiche.
Die nicht mehr bestehende Insel Strand wurde in zwei Teile - Nordstrand und Pellworm - zerrissen. Die Halligen Nieland und Nübbel verschwanden.
Über 1.300 Häuser, 28 Windmühlen und 50.000 Stck. Vieh gingen verloren. Außerdem wurde 1634 von vielen Sommerfluten gesprochen.
25. 11. 1685
Katharinenflut.
7. - 9. 12. 1703
Gesamtes Nordseegebiet.
24. 25. 12. 1717
Weihnachtsflut. Größte bis dahin bekannte Sturmflut von Holland bis Dänemark mit 11.150 Toten, 100.000 Stck. ertrunkenem Vieh und 8.000 zerstörten Häusern. Der Wasserstand betrug 4,60 m über NN..
In Dithmarschen kamen 88 Menschen ums Leben. Das Land stand bis 10 Fuß unter Wasser.
25.26.2. 1718
Holländische, deutsche und dänische Küste.
31. 12. 1720 und Januar 1721
Neujahrsfluten, Stärker als Weihnachtsflut 1717.
Oktober 1745
Sehr schwere Flut. Wasserstand 4,70 m über NN. Kaum Schäden, weil Deichprofile verbessert wurden.
7. 10. 1756
Markusflut. Erste große Sturmflut nach einer Pause von 38 Jahren mit schweren Schäden in Hamburg.
3. - 5. 2. 1825
Februarflut 1825, Halligflut, 800 Tote entlang der deutschen Westküste, 45.000 Stck. Vieh, 2.400 zerstörte Gebäude. Wasserstand 5 m über NN. Erhebliche Schäden in Holland.
1./2. 1. 1855
Neujahrsflut. Erste Flut nach einer Pause von 30 Jahren. Wasserstand 5,08 m über NN in Hamburg-
13. 11. 1872
Ostseehochwasser und Fördehochwasser durch schwere Sturmflut. 271 Tote und große Schäden bis nach Flensburg hinein. Küstenverlauf wurde an einigen Ostseeküsten verändert.
Januar 1916
Schwere Sturmflut. Wasserstand 4,44 m über NN.
16. 2. 1916
Schwere Sturmflut. Wasserstand 4,48 m über NN.
19. Oktober 1936
Schwere Sturmflut. Wasserstand 4,33 m über NN. In der Elbmündung sank das Feuerschiff Elbe 1 mit 15 Mann Besatzung.
24. 11. 1938
Nordseehochwasser.
1949
Niedrigwasser-Orkanflut.
1. 2. 1953
Hollandsturmflut mit schwersten Verlusten in Holland. Schleswig-Holstein blieb verschont aber von den 560 km Festlandsdeichen wurden 70 km zerstört und 80 km erheblich beschädigt.
16./17. 2. 1962
höchste bisherige Sturmflut östlich der Jade mit 61 Deichbrüchen, 340 Tote, allein 300 davon in Hamburg. Schäden überwiegend in Niedersachsen und Hamburg. Wasserstand in Hamburg 5,70 m über NN.
23. 2. 1967
Zweite Niedrigwasser-Orkanflut in der Deutschen Bucht mit höchsten bis dahin gemessenen Windstärken bis 14 Beaufort (140 kmh)
3. Januar 1976
Jahrhundertflut an der Elbe mit Wasserstand 6,45 über NN in Hamburg und 5,15 m über NN in Büsum aber fast ohne Schäden und ohne Verluste Dank guten Deichen. Schon am 21. 1. 1976 folgte eine zweite schwere Sturmflut.
24. 11. 1981
Novemberflut 1981, Nordfrieslandflut, Höchste Scheitelwasserstände in Nordfriesland 4,75 m über NN.
3. 12. 1999
Orkan Anatol, gesamte Nordseeküste. Abflauen des Windes vor Einsetzen des Hochwassers, sonst Katastrophe. Wasserstand 5,0 m über NN. Nur geringe Schäden.

Fockfest / Fock
Erntefest zum Ernteende zu dem alle an der Ernte Beteiligten eingeladen wurden.
Der Fock war ein mit Blumen (Kornblumen, Mohnblumen und Margeriten) und Kornähren gebundener Strauß der am letzten Tag der Ernte vom Feld ins Haus gebracht wurde und dem Bauern zeigte, dass die Ernte beendet war. Niemand bekam gerne den dörflichen Fock, denn den bekam immer derjenige, der mit der Ernte zuletzt fertig war, also der Verlierer. Der Begriff kam von fockig = ungeschickt.
Nach beendeter Ernte erhielten die Erntearbeiter ein Fockbier bevor das eigentliche Fock-Fest begann.
Auf der Geest wurde das Fockfest auch Opskaa genannt.

Folter
Rechtliches Verfahren zur Erlangung eines Geständnisses. Die Folter konnte viel , oft, hart und mildernd angewandt werden. Oft kam vor der Folterung die Territion (s. d.). Dabei galten Geständnisse während der Folter nicht. Sie mussten bei der nächsten Verhandlung wiederholt werden.
Im Herzogtum Schleswig wurde die Folter erst am 21. 12. 1770 von König Christian VII. abgeschafft mit der Verfügung in der es u. a. hieß:
"es solle lieber, als dass man Gefahr laufe, einen Unschuldigen zu martern, ein Schuldiger freygelassen werden."
Erst ab 1791 hatten Angeklagte einen Anspruch auf einen Verteidiger.

Forta
Viehsammelplatz im Dorf von dem aus das Vieh auf die Allmende (s. d.) getrieben wurde.

Fodtknecht
(Wörtlich Fußknecht). Persönlicher Bediensteter.

Franziskaner
Mönchsorden / Bettelorden der Minder- oder Graubrüder (Minder- oder Graumönche) die sich der Armut verschrieben hatten und für Kranke und Arme betteln gingen. Sie beriefen sich auf den heiligen Franciscus von Assisi der seinen reichen Vater verließ und ohne festes Einkommen als Wanderprediger lebte.
Im Norden waren die Franziskaner etwa seit Beginn des 13. Jh. ansässig.
1217 teilte man den Orden in Provinzen ein. Für den Norden war dieses die Provinz Dacia (s. d.)

frater
(lat.) Bruder.

fraternus
(lat.) brüderlich verwandt.

Fräuleinsteuer
alte außergewöhnliche Steuer (Aussteuer) bei der Heirat einer Fürstentochter.

Fräuleinstift
Frauen-Klöster zur Unterbringung adliger Jungfrauen und unverheirateter Töchter des Adels. Es gab sie u. a. in Preetz, Itzehoe, Uetersen und Schleswig.

Frauenwahlrecht
Erste Deutsche die für das Frauenwahlrecht kämpfte war 1873 die Frauenrechtlerin Hedwig Dohm.
Schon 1718 führte Schweden ein Frauenwahlrecht ein, das aber 1771 wieder zurückgenommen wurde. 1862 wurde es für Kommunalwahlen eingeschränkt nach dem Steueraufkommen nur für unverheiratete Frauen wieder eingeführt. Erst 1921 führte Schweden volles Frauenwahlrecht ein.
1906 gewährte Finnland als erstes europäisches Land das Frauenwahlrecht. Finnland war zu dem Zeitpunkt russisches Großfürstentum.
1908 führte Dänemark ein Wahlrecht für Frauen bei Kommunalwahlen und 1915 volles Frauenwahlrecht ein.
1913 führte Norwegen Frauenwahlrecht ein.
Erst am 12. 11. 1918 wurde in Deutschland das allgemeine Wahlrecht als demokratisches Prinzip eingeführt. Allgemeines Wahlrecht bedeutet Wahlrecht unabhängig von Rasse, Bildungsstand, Einkommen, Religion oder Geschlecht. Damit war auch in Deutschland das Frauenwahlrecht eingeführt.
Die Wahlen müssen frei, geheim und persönlich sein.
2005 führte Kuwait das Frauenwahlrecht ein.
Länder ohne Frauenwahlrecht sind heute noch Bhutan, Brunai, Saudi-Arabien.
(Siehe auch unter Wahlrecht)

Fregatte
Siehe unter Schiffstypen.

Freiberge / Frybarg / Freistätten
Mittelalterliche Einrichtungen in jeder Harde an denen schutzsuchende flüchtende Täter Asyl fanden. Es waren Erdhügel in Form einer gleichseitigen abgestumpften Pyramide, die je von einem Wassergraben umgeben waren. Wie auf Thingstätten "innerhalb der Stöcke" ein Sonderfriede herrschte, so gewährten auch die Freiberge einen Sonderfrieden bei Wundtaten (Körperverletzung) oder unbeabsichtigtem Totschlag. Todeswürdige Blutgerichtsfälle (Notzucht, heimliche Brandstiftung und Mord) waren von diesem Frieden auf den Freibergen ausgeschlossen.
Sühnbare Vergehen aber waren asylfähig. So wie die Kirche Asylrecht bot, so boten die Freiberge weltlich Verfolgten und Flüchtenden Asyl. In Zeiten, in denen Blutrache und Fehde dem Rechtsempfinden entsprachen, waren die Freiberge ein dringliches Kulturbedürfnis. Aufgabe der Freiberge war die Herbeiführung der Sühne. Die Freiberge gewährten den Schutz, den der Verfolgte zur Rechtfertigung, Verteidigung und zu Sühneangeboten brauchte, bevor er im Zorn erschlagen wurde. So schützte er sich vor Blutrache.
Freiberge gab es nachweislich in vielen Orten auf Eiderstedt, aber auch in anderen Regionen. Woanders hießen sie auch Freistätten und befanden sich in "heiligen Hainen" oder unter besonders markanten Bäumen.
Der Ursprung der Freiberge war heidnisch und es gab sie schon vor der Christianisierung.

Freibürge
Bürge ohne Sicherung durch eine Hypothek.

Freikauf
Ab 1770 die Möglichkeit das gefestete Land von der Gutsherrschaft käuflich zu erwerben. Den meisten Bauern gehörten seit Jahrhunderten nur die Gebäude und die Hauskoppel (Toft), während das Land gefestet war. Für den Freikauf wurden Freikaufbriefe ausgestellt. Das Freikaufen wurde schon 1773 wieder beendet. (Siehe auch unter Dienstgelder)

Freiwerber
Brautwerber. Einer der für einen anderen um die Braut warb. Das "sich finden" von Brautpaaren besorgte der Freiwerber.

Friedelfrau
"Freundin", "Partnerin". Im nordischen Recht ursprünglich eine Geliebte oder Beischläferin. Im Gegensatz zur echten Ehefrau erreichte sie Anerkennung und Erbrecht für ihre Kinder durch "Ersitzung", d. h., wenn sie offenkundig dem Mann, bei dem sie wohnte, den Haushalt führte, Schloss und Schlüssel verwaltete und mit ihm schlief drei Winter (Jahre) lang, sollte sie seine Ehefrau und rechtmäßige Hausfrau ihrer echt geborenen (erbberechtigten) Kinder sein.

Friedelkind
Starb die Frau während der Ersitzungszeit und hatte sie in dieser Zeit ein Kind bekommen, so konnte es sich der Mann beim Ding als sein Kind zusprechen lassen.

Friedenseichen
Schon nach den Freiheitskriegen 1813-1815 wurden in vielen Orten Preußens Friedenseichen gepflanzt.
Auch anlässlich der Schleswig-Holsteinischen Erhebung 1848 wurden Friedenseichen gepflanzt.
Anlässlich der Beendigung des für Deutschland siegreichen deutsch-französischen Krieges 1870/71 wurden auf Anregung von Kaiserin Augusta, Gemahlin von Kaiser Wilhelm I. in vielen Orten Deutschlands Friedenseichen gepflanzt. Auch im Landesteil Schleswig und in Angeln finden sich viele solcher Friedenseichen. Besonders die Schuljugend wurde zu solchen Pflanzaktionen aufgerufen. Dabei war eine angemessene Feierlichkeit mit Umzügen und Singen patriotischer Lieder vorgeschrieben. In ihrem Schatten sollten sich zukünftige Generationen der Helden von 1870/71 erinnern.
Die meisten Eichen wurden mit einem Gedenkstein versehen.
Das Pflanzen von Friedenseichen wurde nicht nur von Ämtern, Kirchen und Vereinen, sondern auch von Privatleuten auf Privatgrundstücken vorgenommen.
Manche Orte pflanzten demonstrativ keine Friedenseiche, weil sich ihre Bürger innerlich noch vom Anschluss an Preußen distanzierten und so ihre Oppositionshaltung ausdrückten.
Zahlreiche Friedenseichen mussten Straßenbaumaßnahmen weichen und sind verschwunden. Viele stehen heute noch.

Friedlosigkeit
Auch Acht und Bann, eine Ächtungsstrafe. Zentraler Bestandteil des mittelalterlichen Strafrechts. Strafe für Mörder, Totschläger, Vergewaltiger, Mordbrenner und Wegelagerer.
Ein Friedloser verlor all seine Rechte und wurde aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Die Ehefrau eines Friedlosen galt als Witwe, die Kinder als Waisen. Seine Lehen gehörten wieder dem Lehnsherrn. Sein Eigentum wurde unter seinen Kindern aufgeteilt.
Ein Friedloser konnte von jedermann bußlos (straflos) getötet werden. Darum zählte man die Friedlosigkeit auch zu den Todesstrafen.
Die Friedlosigkeit wurde auf dem Ding durch das Eidurteil der Wahrmänner festgesetzt. Sie konnte in einigen Fällen durch außergerichtlichen Vergleich (z.B. Zahlung des Täters an die Verwandten des Opfers) ausgesetzt werden.
Beim Urteil der Friedlosigkeit musste der Verurteilte seine Heimat verlassen und war vogelfrei. In der vorchristlich-germanischen Rechtstradition wurde ein Friedloser auch als Werwolf bezeichnet, der wie ein Wolf gejagt werden durfte.

Friedrichsgarde, Glückburgische ...
Der Gründungstag der Glücksburger Friedrichsgarde ist unbekannt wird aber mit 1801 angegeben. Es ist jedoch ein Säbel erhalten der die Inschrift trägt "Glücksburgische Friedrichsgarde 1743". Sie dürfte aber schon länger bestanden haben.
1801 wurde sie von der Herzogin Anna Caroline neu ins Leben gerufen. Fast jeder Glücksburger Wehrfähige folgte ihrem Aufruf. Der Jüngste war 19 und der Älteste 74 Jahre alt. Ein 15köpfiges Offizierscorps stand der Garde vor.
Die Mitglieder der Garde hatten Wachaufgaben für das Schloss zu leisten. Dafür waren sie vom allgemeinen Militärdienst befreit.
1848/50 während des Krieges mit Dänemark war die Garde auch zur Überwachung des Fördeufers eingesetzt. Nach 1867 wurde die Garde in ein Schützencorps umgewandelt.

Friedrichstadt
Zwischen Eider (s. d.) und Treene in Nordfriesland gelegene Stadt.
Gegründet wurde sie 1621 durch Herzog Friedrich III. von Gottorf mit Hilfe niederländischer Remonstranten (s. d.), von Menoniten (s. d.) und jüdischen Aschkenasen denen er allen Religionsfreiheit zusicherte. In diesem Jahr wurde mit dem ersten Hausbau begonnen. Infolge der Religionsfreiheit kamen auch Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften nach Friedrichstadt und sie galt als "Stadt der Toleranz". Remonstranten, Lutheraner, Katholiken, Mennoniten, Quäker, polnische Brüder-Sozinianer und Juden lebten in friedlicher Gemeinschaft miteinander.
1633 erhielt Friedrichstadt das Stadtrecht, das zugesagte Münzprivileg erhielt sie jedoch nie.
Geprägt war Friedrichstadt durch die niederländischen Backsteinbauten und durch die Anlage von Grachten.
Der erwartete Aufschwung der Stadt als Handelsstadt blieb aus und minderte sich weiter, als die Remonstranten ihre Religion in ihrer Heimat ausüben durften und zurückzogen.
Wie alle Städte litt auch Friedrichstadt unter den Drangsalierungen der Kriege. 1643 wurde das gesamte Friedrichstädter Umland von den Eindringlingen unter Wasser gesetzt.
Ein prominenter Flüchtling in Friedrichstadt war der französische "Bürgerkönig" Ludwig Philipp, der 1796 auf der Flucht vor der französischen Revolution einige Monate unter dem Decknamen "De Fries" als Hauslehrer in der Stadt arbeitete.

Friesen
Germanischer Volksstamm entlang der Nordseeküste. Westfriesen in Holland, Ostfriesen südlich der Elbe, Nordfriesen in Schleswig-Holstein und Jütland.
In Schleswig-Holstein unterscheidet man in "Königsfriesen oder Inselfriesen" mit friesischem Recht die dem dänischen König unterstanden und für ihn kämpften und den "Herzogfriesen" auf der Geest mit jütischem Recht (Jütisches Lov (s.d.).
Ihre Sprache war ein eigenständiges Friesisch das aus mehreren Dialekten (von Sylt, Amrum, Föhr, Niebüll u. a.) besteht und bis zum heutigen Tag gesprochen und auch wieder an Schulen gelehrt wird.
(Siehe auch unter Deichgraf, Helgoland, Friesisches Manifest, Friesische Seefahrt, "Lewwer duad us Slaav", Nordfriesland, Utlande.

Friesensalz / Torfsalz
Nordfriesisches Torfsalz, das entlang der gesamten Nordseeküste seit dem 8. Jh. gewonnen wurde. Es war von der Römerzeit bis Ende des Mittelalters ein gefragtes Handelsgut und später auch die Grundlage für den Export gesalzener Heringe.
Besonders in der Stedesander Bucht, die seit 1362 (1. Grote Manndränke) immer mehr unter Meereseinfluss geraten war, bildete sich das Torfsalz.
Salz aus Watt-Torf (Schilftorf auch Darg genannt. Von Seewasser überspültes Moor) wurde seit dem 1. Jahrhundert n. Chr. bis ins 18. Jh. entlang der gesamten Nordseeküste gewonnen. Der Torf wurde bei Ebbe im Watt-Moor abgestochen und verbrannt. Seine Torfasche wurde im Meerwasser aufgelöst und gekocht. Zurück blieb graues Salz. Aus 32 Tonnen Torf erzeugte man 8 Tonnen Asche und daraus 3,5 Tonnen Salz. Die Gesamtmenge des aus Watt-Torf gewonnenen Friesensalzes wurde in seiner besten Zeit auf bis zu 30.000 Tonnen jährlich geschätzt.
1341 zwang König Waldemar die Friesen zur Zahlung von 2 Tonnen Salz je Brennstelle.
Von grundlegender Bedeutung für eine Einrichtung zur Salzgewinnung war eine Salzbude. Es handelte sich um einen umbauten Raum in dem ein großer Kochkessel stand. Um diesen war eine Böschung aufgeworfen die zur Entstehung eines kleinen Salzkooges führte. Dieser kleine Koog bot eine trockene Fläche zum Trocknen der Moorsoden. Bei passender Windrichtung und trockenem Wetter wurden sie, wenn sie ganz trocken waren, angezündet. Die Asche wurde dann laufend in den Kochkessel geschüttet, wobei sich das Salz kristallisierte.
Der Handel mit Torfsalz beschränkte sich zwar auf die umliegenden Regionen bis nach Haithabu, später nach Schleswig. Von dort aus wurden aber auch Schweden und Russland mit Friesensalz versorgt. Die Salzmengen konnten jedoch mit denen der Lüneburger Saline konkurrieren. Es war aber bitterer und wurde von dem reineren Lüneburger Salinensalz verdrängt.
Die Stadt Flensburg wurde für lange Zeiten über den Friesweg mit diesem Salz versorgt, ebenso wie Ribe und Tondern.
1621 errichtete Ribe eine Salzkompagnie mit dem Ziel die jütische Bevölkerung mit Friesensalz zu versorgen. Sie erhielt das Recht alles Strandsalz aufzukaufen, das nach Jütland eingeführt wurde. Von 1623 - 1625 kauften sie in drei Jahren 11.268 Tonnen Friesensalz.
Mitte des 18. Jh. lief die Herstellung von Friesensalz aus.

Friesenwall
Garteneinfassung aus Feldsteinen die ohne Mörtel gesetzt wurde. Im Norden ist er sehr häufig anzutreffen.

Friesisches Manifest
Am 28. August 1955 gaben sich die drei Friesenstämme der Ost-, West- und Nordfriesen eine "Gemeinsame Grundsatzerklärung", die Richtschnur für die weitere Zusammenarbeit war und ist.
"Gemeinsam ist uns das Volkstum, gemeinsam der Kampf gegen die Naturgewalt der Nordsee, gemeinsam vor allem das Bewusstsein unserer Freiheit von den Niederlanden bis nach Dänemark."
"Wir bekennen uns zu einer Kultur, die in den Tiefen des Volkstums wurzelt. Gemeinsam wollen wir sie pflegen."
"Wir bekennen uns zu unserer Muttersprache, sie sei friesisch oder plattdeutsch, die uns als wertvolles Gut mitgegeben."
"Wir bekennen uns zu gemeinsamer Arbeit und berufen dazu den Friesenrat."

Friesische Seefahrt
Auf den Nordfriesischen Inseln war über Jahrhunderte die Seefahrt Haupteinnahmequelle der Utlandfriesen. Seit 1650 stellten die nordfriesischen Inseln und Halligen jährlich 6.000 Seeleute, ohne die Hamburger und Holländer Handels- und Walfangflotten nicht hätten existieren können. Viele Knaben mussten schon im Alter von acht Jahren auf See ihr Brot verdienen. Ab 12 Jahren fuhr jeder gesunde Junge hinaus.
Da die Grönlandfahrer nur im Winter zu Hause waren, bekamen die Jungen auch nur in dieser Zeit eine schulische Ausbildung. Fast alle Lehrer waren gleichzeitig Navigationslehrer und manche Schule glich mehr einer Navigationsschule, von denen es auch einige gab. An ihnen untererrichteten ältere Kapitäne.
Als der Walfang ab- und die Handelsschifffahrt zunahmen, kamen sie nicht mehr im Herbst von Grönlandfahrt heim. Viele fuhren als Knaben auf See und kamen Jahre später als Männer zurück. Mit 12 Jahren als Matrose hinaus, mit 13 Bootsmann, mit 16 Untersteuermann und mit 18 als Obersteuermann endlich zurück. Das war der Lebensweg vieler Friesen.

Frondienste
Hofdienste. Leistungen der Bauern für ihren Grundherren in Form von Hand- und Spanndiensten für eine festgelegte Zahl von Tagen im Jahr.

Fruchtfolge in Angeln, typische alte ...
1. Buchweizen in der aufgebrochenen Dreesch (s. d.)
2. Rocken gedüngt nach einmaligem Pflügen
3. Gerste und zwar die kleine vierzeilige
4. Hafer
5. Hafer
oder:
1. Hafer in die im Frühjahr aufgebrochene Dreesch-Furche
2. Buchweizen nach dreymaligem Pflügen
3. Rocken nach einmaligem Pflügen, mehrenteils nur kläglich
gedüngt..
4. Gerste nach dreymaligem Pflügen
5. Hafer nach dreymaligem Pflügen
Danach wurde das Land meistens sich selbst zur natürlichen Begrasung überlassen und lag 4 - 5 Jahre als Weide. Alles war mit einer sehr schwachen Düngung verbunden und führte zu sehr niedrigen Erträgen.

Fünfzehntagesbrief
Brief des Amtmannes an säumige Steuerzahler in dem diese aufgefordert wurden binnen 14 Tagen ihre Abgaben zu zahlen. Bei Nichtzahlung erfolgt die Auspfändung.

Fürbittengeld / Maibittengänge
Frühmittelalterliche Zahlung der Bauern an den Priester für seine Bitte die er für eine gute Ernte zelebrierte. Im Frühjahr segnete er die ausgebrachte Saat durch feierlichen Umzug durch die Felder.

Fundum
Grund und Boden, Grundstück, Landgut.

Fuß
Längenmaß. Etwa 30 cm.

Fußwärmer / Kiek
Messingner oder eiserner tragbarer Behälter in dem in ein kleines Stück Kohle oder Torf in einem irdenen Gefäß Torf glühte. Die Abdeckplatte war durchlöchert, damit die Wärme zu den Füßen aufsteigen konnte. Der Fußwärmer konnte wie ein Eimer an einem Bügel getragen werden und wurde sogar mit in die Kirche genommen.
Marktweiber hatten ihn zwischen ihren langen und weiten Röcken zwischen ihren Füßen auf dem Erdboden stehen, wenn sie an ihren Ständen saßen und auf Kunden warteten.

Futhark-Alphabet
Das Runen-Alphabet enthält 24 Zeichen (Runen). Es enthält ein Zahlenmystikum. Jeder Rune ist eine Zahl zugeordnet. Wenn diese Zahlen addiert werden ergibt bei allen Runeninschriften ein Vielfaches von 24.
Siehe auch unter Runen.

Futterhemd
Kleidungsstück das von Männern und Frauen getragen wurde. Es war blusenartig und hatte Ärmel. Es wurde von Männern unter dem Camisol (s. d.) und über dem Brusttuch getragen. Bei Frauen war es das Hauptkleidungsstück des Oberkörpers.
Aus dem Futterhemd der Männer war wohl die Weste entstanden.