L


lachbieten
Beim Anbieten von Projekten (z.B. Land) zum Verkauf, mußte das Land lachgeboten werden (öffentlich bekannt gemacht werden) , damit jeder, der Ansprüche auf das Objekt zu haben glaubte, sich melden konnte.
(siehe auch unter Beispruchsrecht und unter Laghäfd)

Ladelund, Konzentrationslager in ..
Ladelund liegt etwa 20 Km nordöstlich von Niebüll an der deutsch-dänischen Grenze.
1938 errichtete hier der Reichsarbeitsdienst für 250 junge Männer ein Barackenlager. Beschäftigt wurden sie mit Entwässerungsmaßnahmen, Ödlandkultivierung, Aufforstung und Straßenbau.
Ab Oktober 1944 entstand hieraus ein Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme. Die Häftlinge sollten beim Bau des Friesenwalles, einer geplanten aber nur teilweise fertiggestellten Wehranlage die an der Nordsee entstehen sollte, eingesetzt werden. Die Häftlinge des KZ´s Ladelund gruben Schützengräben und errichteten Geschützstellungen.
Am 16. 12. 1944 wurde das Lager aufgelöst. Von den 2.000 Häftlingen insgesamt starben innerhalb von drei Monaten 301 darunter 117 Holländer.

Ladevogt
Untervogt der aus der Mitte der ausheimischen (zugewanderten) Kolonisten erwählt wurde. Sie wurden vom jeweiligen Amtshaus bestimmt. Sie unterstanden den Kolonisten-Inspektoren.

Lagen
Für die militärische Bereitschaft wurden neben einem bestehenden Söldnerheer in den Harden sog. Lagen gebildet. Zu jeder Lage gehörten im 18. Jh. durchschnittlich 15 - 20 Mann im wehrpflichtigen Alter. Nach der Landmilitärordnung von 1776 war die Pflugzahl die Grundlage für die Erstellung der Lagen. So wurde eine Lage von 6 - 8 Bauernhöfen aufgestellt. Dienstpflichtig waren nicht nur die Bauern, sondern auch Kätner, Insten und Dienstboten.
Ab 1800 waren die Lagen nicht mehr an die Pflugzahl sondern an die dörfliche Bevölkerungszahl gebunden. Je Kirchspiel gab es 2 - 4 Lagen.
Aus einem Dorf heißt es von einer Lage: 21 Mann, davon 17 mit Heugabeln ausgerüstet, 2 mit Piken und einer, der ein "sehr elendes Bein" hatte mit einem Knüppel.
Die militärischen Übungen fanden im Anschluß an die sonntäglichen Gottesdienste statt. Jede Lage wurde von einem Lagemann (s. d.) geführt.

Lagemann / Lagsmann
Die Landauschüsse wurden 1776 durch Lagemänner aus jeder Lage der Distrikte ergänzt. In jeder Lage wurde ein Eingesessener vom Oberbeamten zum Lagemann ernannt. Dazu mussten "jederzeit gute, vernünftige und zu ihren gesetzten Jahren gekommene Hauswirthe" genommen werden. Sie sollten eingeboren, im Lande erzogen, gesund und diensttüchtig und zwischen 18 - 36 Jahre alt sein. Die Amtszeit betrug drei Jahre.

Laghäfd
Einspruchsrecht von drei Jahren als Bestandteil des Beispruchrechts (s. d.). Verwandte und Erben konnten während der Laghäfd Einspruch gegen den Verkauf von Grundstücken aus ihrem Erbvermögen einlegen.

Lahnungen
Uferschutzanlage. Dämme aus Buschwerk zwischen doppelten Holzflockreihen im Deichvorland die dazu dienen bei ablaufendem Wasser den Schlick festzuhalten und aus den abgesetzten Sedimenten langsam Land zu gewinnen. Außerdem dienen sie nachhaltig dem Küstenschutz.
Die Flächen wurden durch Gräben (Grüppen) entwässert.

Landespfennigmeister
(siehe Pfennigmeister)

Landesteilung
Das Herzogtum Schleswig gehörte über Jahrhunderte zum Königreich Dänemark. Schleswig-Holstein war in Personalunion mit Dänemark verbunden.
Landesteilungen in Schleswig-Holstein gab es 1490, 1523, 1544, 1564 und 1581, 1721, .
1460 wurde König Christian I. Herzog von Schleswig-Holstein. Durch Erbberechtigung seiner Söhne kam es zu einer Teilung unseres Landes. Es gab königliche und herzogliche Anteile, die über das ganze Land verstreut waren. Diese Verwaltung in Streugebieten war Anlaß für viele Streitigkeiten. Die schleswig-holsteinischen Herzöge, die möglichst selbständig bleiben wollten suchten bei Schweden Schutz, das 1523 aus dem dänischen Gesamtstaat (s. d.) ausgeschieden war, Schutz vor der Macht des dänischen Königs.
1544 wurde das Land auf die drei Söhne des dän. Königs Friedrich I. aufgeteilt.
1581 gab es in Schleswig-Holstein einen Königlichen Anteil, einen Herzoglichen Anteil, einen Gemeinschaftlichen Anteil und den Besitz Hans des Jüngeren. Schleswig-Holstein war ein Flickenteppich.
Im Nordischen Krieg (1701 - 1721) brach die schwedische Macht zusammen und die schleswig-holsteinischen Herzöge verloren auch an Einfluß.
Der dänische König riß Teile herzoglichen Territoriums an sich. Schleswig wurde 1721 von Dänemark einverleibt, während Holstein noch unter königlichem und herzoglichem Besitz verblieb.
Gottorf aber unternahm viele Anstrengungen die verlorenen Gebiete zurück zu gewinnen. Kriege unter dänischer, russischer, holsteinischer und oldenburgischer Beteiligung führten im Endergebnis zui neuen Verteilungen des Landes.
Spätere Kriege führten zu weiteren Landesteilungen.
(siehe auch unter Alsen, Apenrade, Helgoland, Schauenburger, Schleswig (Herzogtum), Schleswig (Stadt).

Landesverweisung
Verbannungsstrafe die schon auf frühmittelalterliches Stammesrecht zurückgeht. Sie wurde auch als Beugemittel zur Erzwingung einer Sühne angewendet.
Besonders hart traf diese Strafe, wenn sie mit einer Stadtverweisung aus dem Friedkreis verbunden war. Es bedeutete für flüchtige Täter den Verlust des städtischen Schutzes (Stadt macht frei). Z. B. erlangten entflohene Leibeigne nach Jahr und Tag Aufenthalt in der Stadt ihre Freiheit.
Ausgesprochen wurde die Landesverweisung bei Konkurs und Zahlungsunfähigkeit und für auswärtige Bettler. Sie wurde früher aber auch bei schweren Delikten mit Ausnahme der todeswürdigen, zuweilen auch an Stelle der Todesstrafe ausgesprochen.
Die Verweisung reichte von einem Monat bis zu zehn Jahren oder wurde auch lebenslänglich, dann in Verbindung mit dem Verlust bürgerlicher Rechte verhängt. Ausgesprochen wurde nicht nur die Zeit, sondern auch die Bannmeile (Bereich in dem sich der Verbannte nicht aufhalten durfte). Vor seiner Ausweisung musste der Verbannte Urfede (s. d.) schwören.

Landjäger
1920 eingerichtete Nachfolgeorganisation der Gendarmerie (s. d.). Es gab Landjägermeister zu Fuß und berittene Oberlandjägermeister. Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde der Name 1934 wieder in Gendarmerie geändert und auch die Amtsbezeichnungen änderten sich.
Die Gendarmerie unterstand dem Kommandeur der Gendarmerie beim Regierungspräsidenten in Schleswig.

Landläufer
1) Fahrende Leute. Herumstreifer. Müßiggänger. Sie galten als unehrlich.
2) Vor 1720 Versorger der ländlichen Bevölkerung mit Arzneien und Medikamenten.

Landschreiber
1) Hohes öffentliches Amt. Er hatte die Verwaltungsangelegenheiten zu ordnen und war besonders der Verwalter der fürstlichen Gelder. Er wurde vom Herzog oder gar König berufen. (Herzoglich Königlicher Landschreiber. Der Stadtschreiber war eine Art juristisch gebildeter Syndikus. (juratus notarius publicus)
2) Schreiber der Landesgerichts- bzw. Verwaltungsbehörde Eiderstedt; notarieller Beamter, der die Schuld- und Pfandprotokolle (s. d.) führte und für die freiwillige Gerichtsbarkeit zuständig war; zweithöchster Beamter der Landschaft Dithmarschen.

Landsturm
Im Militärwesen des 19. Jh. das "letzte Aufgebot" aller Wehrpflichtigen die dem Heer noch nicht angehörten zur Abwehr eines feindlichen Einfalles ins Land.
In Preußen war nach dem Landsturm-Edikt von 1813 die wehrbare männliche Bevölkerung zwischen dem vollendeten 17. und 60. Lebensjahr die nicht in die stehende Armee oder die Landwehr eingebunden war, verpflichtet dem Aufgebot des Land- sturms Folge zu leisten.
Der Norddeutsche Bund verpflichtete 1867 alle zwischen dem 17. und 42. Lebensjahr zum Kriegsdienst.
Nach einem Gesetz von 1875 bestand der Landsturm aus allen Wehrpflichtigen vom vollendeten 17. bis vollendetem 42. Lebensjahr an, soweit sie nicht in Heer oder Marine dienten.
Die Landsturmpflicht trat im Gegensatz zur Kriegspflicht immer nur ein, wenn ein Teil des eigenen Landes vom Feind bedroht war.
(siehe auch unter Landwehr)

Landunter
Volkstümlicher Ausdruck für die Überflutung der Grünlandflächen auf den Halligen (s. d.). Sie tritt jährlich bis zu 15 - 20 Mal bei Sturmfluten und Tidehochwasser auf, da die Halligen nur etwa 1 m über dem mittleren Meeresspiegel (NN = Normal Null) liegen und führt zu einer Versalzung der Flächen (Salzwiesen).
Heute wird auch die Überflutung des Festlandes bei Sturmfluten als Land unter bezeichnet.
Der Begriff "Blanke Hans" steht bildhaft für die tobende Nordsee bei Sturmfluten (s. d.). Detlef von Liliencron verarbeitet es in seinem Gedicht "Trutz, Blanke Hans".

Landvolkbewegung, schleswig-holsteinische ....
Eine politische Volksbewegung in Schleswig-Holstein. Ausgelöst durch den Versailler Vertrag mit seinen unmenschlichen Bedingungen, Reparationen in unvorstellbarer Höhe, Inflation in bisher unerlebtem Ausmaß, Not des Staates der nicht zahlen konnte und Bürger und Bauern immer stärker belastete. Die Verschuldung der Landwirtschaft stieg dramatisch. Steuererhöhungen beschleunigten diese Entwicklung noch. Es kam in Berlin zu Betrügereien, Bankskandalen, Bestechungen in bisher ungekanntem Ausmaß. Die Gerichtsverhandlungen gegen Bänker, Proviteure, Betrüger wurden von den Gerichten verschleppt und eingestellt, die Verhandlungen gegen Bauern wegen geringster Vergehen wurden von den Gerichten sofort drakonisch bestraft. Das Volksempfinden war: "Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen." Das Maß war voll.
Am 28. 1. 1928 demonstrierten 140.000 Bauern im ganzen Land. Dieser Tag wird als Beginn der schleswig-holsteinischen Landvolkbewegung angesehen. Das eigentliche Jahr der Landvolkbewegung war das Jahr 1929. Im Grunde war die Landvolkbewegung eine Westküsteninitiative hauptsächlich der Dithmarscher. Anführer war der "Bauerngeneral" Claus Heim aus St. Annen und Wilhelm Hamkens aus Tetenbüll auf Eiderstedt. Politisch unterstützt wurde die Volksbewegung durch die "Christlich-Nationale Bauern- und Landvolkpartei". Die sozialdemokratische Regierung aber ließ die Bauen im Stich. Eingaben der Bauern blieben unbeachtet. Die fortschreitende Krise in der Landwirtschaft forderte nun die Landbevölkerung zu direkten Aktionen heraus. So wurden in Spontanaktionen Zwangspfändungen verhindert, Steuersäumige verteidigt und unterstützt, Gefangene aus Gefängnissen befreit und zu allgemeinem Boykott- und Auflehnung gegen die Obrigkeit aufgerufen.
Die Obrigkeit reagierte auf solche Aktionen mit Milchgeldpfändungen, was die Bauern wirtschaftlich in weitere Bedrängnis brachte.
Das Symbol der Bewegung war eine schwarze Fahne mit silbernem Pflug und rotem Schwert.
Erste Maßnahmen des passiven Ungehorsams waren ein Steuerboykott und tätlicher Widerstand bei Pfändungen und Zwangsversteigerungen.
Die Landvolkbewegung ging eindeutig von Schleswig-Holstein aus, griff aber von hier aus auf weitere Teile des Deutschen Reiches über. Organisiert wurden nun Bewegungen gegen die Weimarer Republik.
Die Landvolkbewegung scheiterte schließlich daran, dass sie keine einheitliche Bewegung war und keine gemeinsamen Ziele hatte. Auch hatte sie durch zahlreiche Bombenattentate die Grenzen der Gewalt überschritten, was ihr den Rückhalt in der Bevölkerung nahm. Erschwerend kam hinzu, dass die Bewegung Kosten für Zeitungsanzeigen und für Rechtsanwälte nicht mehr aufbringen konnte. Mit der Verhaftung ihrer Führungspersonen fand die Bewegung 1930 ihr Ende.
Am 31. 10. 1930 wurde der Führer der Landvolkbewegung Claus Heim zu einer Zuchthausstrafe von 7 Jahren verurteilt. 16 weitere Angeklagte erhielten Zuchthausstrafen zwischen vier Monaten und sechs Jahren bestraft, obwohl ihnen auch vom Gericht eine ehrenhafte Gesinnung bescheinigt wurde.
Hitler untersagte 1930 NSDAP-Mitgliedern die Mitarbeit in der Landvolkbewegung.

Landwehr / Landsturm / Küstenmiliz
1) Mit Ausbruch des Krieges bildete sich 1848 in Südschleswig eine Landwehr. Die Landsturmmänner waren schlecht bewaffnet (z. T. mit Sensen, Knüppeln und Forken) und nicht ausgebildet. Als gut bewaffnet galt wer eine alte Jagdflinte oder einen Säbel hatte. Einige Bauernburschen übten auf ihren Pferden Kavallerie. Sie waren nicht ausgebildet, waren aber voller Begeisterung und Patriotismus. Es war ein bunt zusammengewürfelter, ungeübter Haufen von Männern und Knaben jeglichen Alters. Letztendlich begrenzte sich die Tätigkeit der Landwehr auf das Aufstellen von Wachtposten vor den Dörfern und an der Flensburger Förde. Uniformen hatten sie nicht und kennzeichneten sich nur mit blauweißroten Kokarden an ihren Mützen.
Sehr viel Spaß und Komik soll es bei den Landsturmübungen gegeben haben, die nicht selten im Gasthaus ihren Abschluss fanden.
In Kappeln nannte sich die Landwehr Küstenmiliz.
(s. u. Nationale Erhebung und Erhebung).
2) Neben dem Feldheer war die Landwehr ein Teil der Streitmacht Preußens. Sie wurde 1813 eingeführt und umfasste alle wehrpflichtigen Männer zwischen dem 17. bis 40. Lebensjahr die nicht in reguläre Einheiten eingezogen waren oder als freiwillige Jäger dienten.
1867 wurde diese Regelung auf das Gebiet des Norddeutschen Bundes (s. d.) und 1871 auf das gesamte Deutsche Reich übertragen.
3) Die Landwehr war auch ein vorneuzeitliches Grenzmarkierungs- bzw. Grenzsicherungssystem des Hoch- und Spätmittelalters. Sie bestand aus undurchdringlichem Dornengehölz, einem oder mehreren Erdwällen, mit Wasser gefüllten Gräben, Schanzen und Warttürmen. Diese sollten vor feindlichen Übergriffen schützen.
(Beispiel: Berliner Landwehrkanal)

Langbetten
Besondere Form antiker Hügelgräber bei denen mehrere Grabkammern hintereinander lagen die von einem lang gestreckten Hügel bedeckt waren. Sie konnten über 100 m lang sein, waren aber selten breiter als 10 m. Meist hatten sie 1 - 3 Dolmenkammern.
Ein restauriertes und begehbares Langbett findet man im Arnkielpark in Munkwolstrup.

Längenmaße
1 Quadratmeile = 56,25 qkm
1 Meile = 1920 Ruten = 7,5 km
1 Meter = 3,5 Fuß
1 Rute = 16 Fuß = 8 Ellen = 3,9 m
Es gab 15 verschiedene Ruten. Die Längste hatte 5,38 m und
die Kürzeste 3,14 m.
1 (Angelner) Fuß = 12 Zoll, = 28,657 cm
1 Zoll = 2,388 - 2,42 cm
1 Zoll = 12 Pariser Linien
1 Fuß (Friesland) = 29,8 cm, Hamburger Fuß = 28,6 cm. (wurde
gesetzliches Maß)
1 Elle (s. d.) = 2 Fuß = zwischen 57,2 - 57,7 cm, später allgemein etwa 58 cm, aber auch 60 cm.
1 Quartier = 1/4 Elle = rd. 14,5 cm = 6 zoll,

Lansten
Bauern ohne Grundbesitz. Auch Bauernhöfe des Schleswiger Domkapitels.

Last
Maßeinheit: Eine Last war eine Mark Korn, also 240 Schip oder 40 Heitscheffel (s. d.) Roggen oder 48 Heitscheffel Gerste oder 80 Heitscheffel Hafer.

Lateinschulen
Seit dem Mittelalter in den Städten von Kirchen und Klöstern getragene höhere Schulen, die auf einen geistigen Beruf oder ein späteres Studium an einer Universität vorbereitete. Später entstanden daraus die Gelehrtenschulen, Gymnasien und Lyzeum. 1527 gab es eine Lateinschule in Husum, ab 1566 in Flensburg, und ab 1567 in Hadersleben. Ribe (s. d.) hat seit 1145 eine Domschule die später als Lateinschule fortgesetzt wurde.
(siehe unter Schule)

Latifundium
(lat. aus latus = "großräumig" und fundus = Bauernhof, Anwesen)
Im Römischen Reich große Landgüter von 1.000 bis 5.000 ha.
Der Grundeigentümer eines solchen landwirtschaftlichen Großbetriebes verteilte seinen Besitz auf mehrere Kleinpächter die das gesamte Risiko trugen, während er ziemlich risikofrei von den Pachtzinsen lebte.
Eine bei uns seltene Bezeichnung für große adelige und königliche Güter, aber eigentlich nur für Südeuropa und Südamerka gebräuchlich.

Läuteschlüssel / Läutstock / Lüdslötel
Kirchschlüssel im Besitz der Kirche der im Dorf wanderte als Symbol für unendgeldliche Dienste. Wer den Läuteschlüssel im Hause hatte, musste bei einem Todesfall im Dorf das Läuten der Kirchturmglocke übernehmen, den Sterbefall beim Pastor melden, den Sarg besorgen, den Toten betten, den Sarg schließen, den Toten am Beerdigungstage zum Friedhof fahren, die Leichenträger bestellen, das Grab graben.
Die bestellten Nachbarn begaben sich bei der Anmeldung des Sterbefalles jeder mit seinem Spaten zum Friedhof, läuteten zuerst die Glocken und hoben, nachdem der Küster ihnen den Platz gewiesen, das Grab aus. Auch am Beerdigungstage mussten sie die Glocken läuten. Nach der Beerdigung wurde der Läutschlüssel an den nächsten Nachbarn weitergegeben.
Erst Ende des 19. Jh. begannen die Kirchen für die Arbeit in der Kirche (Läuten) und auf dem Friedhof (Grab graben) einen Kirchendiener einzustellen.

Lawai
Ursprünglich wurden an der Westküste die Deichbauten als Gemeinschaftsarbeit der Kirchspiele geleistet. Ab Anfang des 17. Jh. setzte die Obrigkeit dafür Unternehmer ein, die dafür Tagelöhner anwarben. Unter ihnen kam es wegen äußerst schlechter Arbeitsbedingungen immer wieder zu Unruhen. Diese waren so typisch, dass dafür ein eigenes Wort "Lawai" entstand. Zur ersten Lawai kam es im Sommer 1613 in Tönning, als ein Arbeiter von einem Aufseher erschossen wurde.

Lechel
Kleines Tonnengefäß aus Holz das etwa 6 - 12 Liter fasste. Es diente der Versorgung der Feldarbeiter und wurde morgens mit aufs Feld genommen. Es enthielt Braunbier, Buttermilch, Schwarzen Kaffee oder Tee als Feldverpflegung.

Leck
Ort ca. 30 KM westlich von Flensburg an der über tausend Jahre alten einst bedeutsamen Fernverbindung von Angeln nach Friesland. Erste Erwähnung fand Leck 1231.
Bis zum 15. Jh. war Leck von der Nordsee aus noch mit Schiffen erreichbar verlor aber wegen Versandung an Bedeutung.
Am 25. 3. 1548 erhielt Leck vom König das Recht zweimal jährlich Markt zu halten und 1689 bekam Leck Marktgerechtigkeit (s. d.)

Ledige Frauen
Im Mittelalter gab es viel ledig lebende Menschen. Das Leben lediger Frauen war sehr schwer. Während ein lediger Mann von seinem Lohn leben konnte, war dieses bei Frauen unmöglich. Diebstahl und Hehlerei waren daher einträgliche und lebensnotwendige Einnahmequellen, aber auch die Prostitution, die nicht nur in den Badehäusern stattfand, besserte notdürftig das Einkommen auf.
Kräftige und arbeitsfähige Frauen erwarben ihr Existenzminimum durch Kleinhandel, Tagelohnarbeit oder als Magd bzw. Dienerin gegen Kost u. Logis.
Im Alter waren sie auf Bettelei angewiesen.

Leding / Ledingspflicht
Abgabe für die Landesverteidigung. Ursprünglich bestand allgemeine Wehrpflicht aller waffenfähigen freien Männer einer Harde. Sie mussten im Kriegsfall selbst für Unterhalt und Ausrüstung (Schild, Schwert, Helm und Spieß) sorgen. Später trat an die Stelle der Wehrpflicht eine Abgabe in Form von Geld mit der die Kriegsmannschaft ausgerüstet wurde.
 
Lehen
(davon abgeleitet = leihen). Nutzungsrecht an einer fremden Sache, das sich auf eine Verleihung seitens des Eigentümers gründete. Es setzte ein Verhältnis gegenseitiger Treue voraus.
Das Lehen (Lehnsgut) war meistens ein Grundstück oder ein Komplex von Grundstücken. Lehen konnten aber auch Nutzungs- und Abgaberechte sein.
Lehen gingen auch für ganze Provinzen, Güter usw. an den Adel und an die Kirche.
Anfangs waren nur freie Ritterbürtige, die waffenfähig waren und im Vollbesitz ihrer Ehre lehensberechtigt. Später konnten auch Unfreie in diesen Stand aufsteigen.
Lehnsdienst bestand aus Heerfahrt (Kriegsdienst) und Hofart (Anwesenheit bei Hof als Ratgeber)

Lehnsmann
Im Mittelalter ein Adliger der sich seinem Landesherrn gegen Dienst und Treue verpflichtete und dafür Land (Lehen) samt der darauf befindlichen Bevölkerung oder ein Amt erhielt. Unterschieden wurde zwischen einer Schenkung auf Lebenszeit und Erblehen für immer.

Leibeigenschaft
1524 erhielten die Adelsherren auf ihren Gütern das königliche Privileg eigenes Recht über ihre Untergehörigen zu sprechen. Sie hatten das "Recht über Hals und Hand", also die Ahndung von Verbrechen mit der Todesstrafe oder Verstümmelung und konnten über deren Leben und Tod entscheiden.
Aus den Untergehörigen mit wenig Rechten wurden 1524 Leibeigene ohne Rechte.
1614 wurde die Leibeigenschaft ausdrücklich von der Landesherrschaft anerkannt.
Leibeigene gehörten zum lebenden Inventar der Herrschaft. Den Tieren hatten sie das Vorrecht voraus, zur Kirche gehen zu dürfen.
Z. B. konnten Leibeigene nur mit Einwilligung des Gutsherrn heiraten, ihre Kinder taufen lassen und zu Schule schicken. Oft bestimmte der Gutsherr sogar die Paare. Wurde ihnen ein Kind geboren, so gehörte es dem Gutsherrn. Ein Verlassen des Gutes war ihnen bei Lebensstrafe verboten. Sie waren durch Schollenband (Schollenzwang) an das Gut gebunden.
Als Gegenleistung aber waren die Untergehörigen in einem sozialen Netz gesichert. Alte, Arme und Behinderte bekamen Pflege und bei Feuer, Seuchen, Tod und Missernten wurde ihnen Hilfe vom Gut gewährt (siehe unter Konservation).
Es gab Leibeigenschaft auf den Gütern Achtrup Buckhagen, Dänisch-Lindau, Düttebüll, Gelting, Lütjenhorn, Mohrkirch, Oehe, Ohrfeld, Priesholz, Roest, Rundhof und Töstrup.
Schon 1698 wurde ein Leibeigener in Töstrup aus der Leibeigenschaft entlassen. 1765 entließ Henning von Rumohr seine Leibeigenen auf Gut Ohrfeld. 1794 wurden die Leibeigenen auf Gut Priesholz in die Freiheit entlassen. 1799 entließ Gut Roest seine Leibeigenen.
Am 31. 12. 1804 endete die Leibeigenschaft amtlich und endgültig mit der abschließenden Parzellierung (s. d.) der Güter. Aber auch danach waren die "freien Hufner" nicht frei von Hofdiensten, sondern mussten diese auch weiterhin leisten, wofür sie jetzt aber einen Tagelohn erhielten.
Durch die Parzellierungen von 52 Krongütern erhielten in beiden Herzogtümern 800 neue Familien eine eigene Existenz. Dazu bekamen 20.000 Menschen die in Leibeigenschaft lebten ihre Freiheit und verloren ihre Konservation (s. d.). Manche ehemalige Leibeigene kamen mit der plötzlichen Freiheit nicht zurecht und verarmten total.
Einen sehr ausführlichen Bericht über die Aufhebung der Leibeigenschaft auf Gut Roest findet sich im Jahrbuch des Angler Heimatvereins Jg. 1971, Seite 30 - 92 und im 60. Jg. 1996, Seite 20 - 55, Johannes Petersen "Leibeigenschaft in Angeln")

Leibfeste
Pachtung auf Lebenszeit.

Leibgedinge
Besitz, den die Frau mit in die Ehe brachte.

Leibzucht / Leibgedinge
Verpflichtung gegenüber einer Person sie bis ans Lebensende mit Naturalien, Obdach und Pflege zu versorgen. Diese Verpflichtung wurde bei Hofübergabe getroffen.
Siehe auch unter Altenteil.

Leichenhölzer / Leichenbretter / Totenbretter
1754 wurde in Sterup über Leichenhölzer geschrieben. Das flache Leichenholz ersetzte den Grabstein. Es hatte die Größe des Verstorbenen. Neben Ornamenten und Zierereien wurden darauf das Jahr und Datum der Geburt und des Todes des Verstorbenen eingeschnitzt.
Die Sitte der Leichenhölzer kam aus dem Süden zu uns, wo sie weit verbreitet war. Die Leichenhölzer wurden nicht auf das Grab gelegt, sondern an exponierten Stellen bei Kirchen, an Kreuzwegen, Dorfeingängen usw. aufgestellt. Sie standen auch an Friedhöfen aber nicht auf diesen. Im Laufe der Zeit wurden außer den Daten und Namen auch Lebensberichte und fromme Sprüche eingeschnitzt.
Die Toten wurden ohne Sarg begraben. Man ließ sie von den Totenhölzern in das Grab gleiten.
Im Norden wurde dieser Totenbrauch zwar praktiziert, setzte sich aber nie richtig durch.

Leichenpredigt
Im 16. Jh. aufkommender Brauch (bis etwa 1750) Gestorbenen eine Leichenpredigt schreiben und drucken zu lassen in der die Lebensleistungen aufgeführt wurden. Sie enthielten die Grabrede des Pfarrers und den Lebenslauf und oft auch für den Toten verfasste Gedichte. Sie hatten eine Auflage von 100 bis 300 Stück und wurden wie Bücher verkauft.

Leimsieder / Limseder
Beruf. Er kochte aus Knochen und Hornspänen Leim.

Leseverein / Lesegesellschaft / Leseforum
Ende des 18. Jh. bildeten sich im Zuge der Aufklärungsbewegung in vielen Teilen des Landes Lesevereine und Lesekonvents. In Flensburg gab es z. B. 1793 zwei deutsche, eine dänische und eine französische Lesegemeinschaft.
1825 wurde der Nordangler Leseverein zunächst von wissbegierigen Bauern gegründet, um landwirtschaftliches Fachwissen schneller zu verbreiten. Schon bald aber wurde allgemein-wissenschaftliche und schöngeistige Literatur einbezogen. Der Nordangler Leseverein hatte anfangs 27 Bauern als Mitglieder. Er überdauerte alle Kriege und konnte 1950 auf sein 125jähr. Bestehen zurückblicken.
Lesevereine waren Bildungs- und Diskussionsforen.

Letermutter
Urgroßmutter.

levans
(lat.) Taufpate

"Lewwer duad us Slaav"
"Lieber tot als Sklave". Nordfriesischer Wahlspruch der bis auf das Mittelalter zurückgeht. Er nimmt Bezug auf ein von Kaiser Karl dem Großen für Kriegshilfe verliehenes Privileg für die Friesen. Er soll ihnen versprochen haben "dass keiner über sie herrschen sollte, als welchen sie gutwillig dazu erkohren hatten und dass sie gleichfalls jederzeit einen aus ihrem eigenem Volck zu ihrem Regenten erwehlen musten." Es handelt sich bei diesem Privileg aber zweifellos um eine Fälschung des 13. Jh.
Mit ihrem Wahlspruch schworen die Friesen einmütig im Kampf zu siegen oder zu sterben bevor sie ihre Freiheit aufgaben.
Die Friesen selbst nannten sich "die freien und edlen Friesen".
Wunderbar beschrieben in dem Gedicht "Pidder Lüng" von Detlev von Liliencron (1844 - 1909).

levir
(lat.) Schwager, Bruder des Ehegatten.

Leviratsehe
Ehe mit dem Bruder des verstorbenen Ehegatten.

lex
(lat.) Gesetz.

Lichtmeß / Lichtmissen
2. Februar. Dieses Lichtmeß hat nichts mit dem Christentum und der katholischen Lichtmeßfeier zu tun. Es ist seit langem in Angeln Brauch ab dem 2. Februar morgens im Stall ohne Licht auszukommen. Lichtmeß bedeutete also Licht missen = bei der Morgenarbeit ohne Licht auskommen. Nach einem ungeschriebenen Gesetz durfte ab Lichtmeß keine Laterne in Stall und Scheune verwendet werden.
Kein Bauer unterließ es am Lichtmeß einen prüfenden Blick auf seine Futtervorräte zu werfen. Am Lichtmeß durfte erst die Hälfte davon verbraucht sein.
Lichtmeß war bis 1912 ein offizieller Feiertag. An diesem Tag begann die Arbeit der Bauern nach der Winterpause wieder.
Auch für die Dienstboten war Lichtmeß ein wichtiger Tag, weil an diesem Tag häufig der Dienstherr gewechselt wurde.

Licitation
Öffentliche Versteigerung, Öffentliche Ausschreibung und Vergabe von Aufträgen. Auch Vergabe der Kolonistenstellen.

Liedertafel
Gesangverein. 1808 gründete Carl Friedrich Zelter, ein Freund Goethes, in Berlin eine Singakademie. Es wurde zu einer Bewegung, die sich schnell über Deutschland ausbreitete. Bei uns im Norden bildete man 1836 in Kellinghusen die erste Liedertafel, es folgte 1839 Schleswig und 1842 Quern und Husby.
Lebenslustige junge Leute taten sich zum Singen zusammen. Meistens übernahmen Küster die Leitung.
Die gesungenen Texte waren oft sehr patriotisch geprägt.
(siehe auch unter Schleswig-Holstein-Lied)

Liekbott / Liekfolgbeder / Liekpinn
Eine alte, bei Beerdigungen gebräuchliche Sitte in Angeln war die Bitte dem Leichenzug zu folgen (Liekbott = Leichenbitte). Ausgesprochen wurde sie vom Liekfolgbeder = Leichenfolgenbitter. In der Regel war dieses ein Nachbarkind, das von Haus zu Haus lief und einen Spruch aufsagte. Grußlos verließ es danach das Haus, denn das übliche Moin passte nicht zum traurigen Anlass und ein "Auf Widersehen" hätte beim damaligen Aberglauben beim Thema "Tod" zu Komplikationen geführt.
In Südangeln wurde ein kleiner Holzstab der Liekpinn von Haus zu Haus weitergegeben. Er hatte einen Spalt in den die schriftliche Mitteilung mit den Beerdigungsdaten gesteckt war. Er wurde von "warmer Hand in warme Hand" gegeben, d. h. er durfte nicht abgelegt wurden. Blieb er dennoch in einem Hause liegen, war dort die nächste Leiche zu befürchten.
 Likedeeler
Freibeuterbruderschaft auf der Nord- und Ostsee. Sie nannten sich auch Vitalienbrüder (s. d.). Sie teilten ihre Prise gerecht zu gleichen Teilen untereinander, darum Likedeeler (= Gleichteiler).
Eigentlich waren die Likedeeler keine richtigen Seeräuber sondern eher Söldner auf See, die im Dienste der Mecklenburgischen Herzöge dänische Schiffe kapern sollten. Als Lohn dafür durften sie selbst Beute machen. Als es zu einem Frieden zwischen den Mecklenburgern und den Dänen kam, boten sich die Likedeeler den ostfriesischen Häuptlingen an deren Kämpfe durch Seeräuberei zu unterstützen.
Anführer war Claus Störtebeker der 1401 gefangen genommen wurde und in Hamburg auf dem Grasbrook, zur Hansezeit eine oede Elbinsel, mit seinem Weggefährten Gödeke Michels und 70 weiteren Gefährten geköpft wurde. Zur Abschreckung wurden die Köpfe mit langen eisernen Nägeln auf einem weithin sichtbaren Holzgestell genagelt.
Die Sage, nach der Störtebeker als bereits Geköpfter noch an zehn seiner Männer vorbeigelaufen sei und sie so vor der Hinrichtung bewahrt habe, gilt als widerlegt.
Lispfund
Maßeinheit, Gewicht. 1 Lispfund = 14 Pfund.

Litzenbruder
1) Transportvermittler einer Bruderschaft, der für seine Tätigkeit eine Lizenz brauchte.
2) Spediteur
3) Zusteller von Paketen und ähnlichem.

Lochsteine / Hühnergötter
Feuer- oder Flintsteine die man häufig an den Fördeufern findet die ein natürliches durchgehendes Loch aufweisen. Im Volksglauben halten sie Unglück fern und wurden zur Abwendung von Blitzeinschlägen in die Fensterbänke gelegt und kleinere als Talismann getragen.
In Mecklenburg-Vorpommern legte man sie in Hühnernester, damit diese mehr Eier legten und bekamen dort den Namen "Hühnergott".

locus
(lat.) Ort, Stelle.
 
 Löh
Kleiner Fisch der sich im Frühjahr in Angelner Bachläufen einfindet.

Lohhus / Loh
Wirtschaftsteil in angeliter Bauernhäusern. Der Wohnteil war das Peselhus.

Loskauf / Freikauf
Die von der Kirche vergebenen ehrenamtlichen Ämter wurden nicht immer gerne übernommen, waren sie doch oft mit viel Ärger, Arbeit und Unannehmlichkeiten verbunden. Eigentlich war es eine moralische Pflicht das angetragene Amt zu übernehmen. Man konnte sich aber gegen eine relativ hohe Gebühr davon loskaufen.
Zu diesen Ämtern gehörte vor allem das des Achtmanns (s. d.).

Lot
Gewichtsmaß. 1/30 Pfund etwa 15 g.

Lotseninsel
In der Schleimündung nahe bei Maasholm gelegene ehemalige Insel. Von 1780 bis 1796 erfolgte die Verlegung der Schleimündung wobei die alte Mündung erhalten blieb. Die neue Mündung trennte die Lotseninsel vom Festland an das sie erst 1960 wieder eine Anbindung erhielt. Heute ist sie als Vogelschutzinsel gesperrt.

Low-Buch
Das jütische (Jütland) Gesetzbuch, 1240 niedergeschrieben.

Lübisches Recht / Lübsches Recht
Im 12. Jh. entwickeltes Bürgerrecht der Stadt Lübeck. Im Mittelalter wurde es von etwa 100 Städten im Ostseeraum übernommen und wurde das wichtigste mittelalterliche deutsche Stadtrecht. 1586 erhielt es die letzte amtliche Fassung und galt partiell bis 1899.
Hauptmerkmal war die starke Stellung des Rates gegenüber der Bürgerschaft. Das Lübische Recht wurde auf allen Rechtsgebieten so verfeinert, dass es zu einem Kaufmanns- und Handelsrecht par exellence wurde. Es galt in allen Städten der Herzogtümer Schleswig und Holstein, in Tondern und Lauenburg. Auch Hamburg übernahm es, entwickelte aber im 13. Jh. ein eigenes Recht.
Letztinstanzlich wurden alle Rechtsfälle Schleswig-Holsteins in Lübeck entschieden, bis 1496 König Johann und Herzog Friedrich I. die sich die Macht in den Herzogtümern teilten, beschlossen, den Lübecker Einfluss einzuschränken. Sie bildeten das "Vierstädtegericht". Zukünftig wurde in Kiel, Rendsburg, Itzehoe und Oldesloe entschieden.
1648 übernahm die in Flensburg gegründete Regierungs- und Justizkanzlei, die ein Jahr später nach Glückstadt verlegt wurde und sich "Glückstädter Kanzlei" nannte alle Obergerichts-, Polizei- und Verwaltungsaufgaben sowie die Aufsicht über die unteren Landesbeamten. Ab 1713 war die Glückstädter Kanzlei nur noch für den holsteinischen Teil zuständig. 1834 entstand die Provinzialregierung in Gottorf und die Glückstädter Kanzlei verlor damit ihre Verwaltungsaufgaben.

Lück
Koppel. Eingefriedigtes Landstück.

Lügumkloster / Lögumkloster
Im Jahr 1173 wurde etwa nordöstlich von Tondern von einem Abt und zwölf Zisterzienser-Mönchen (sollte an Jesus und die zwölf Jünger erinnern) das Kloster gebaut. Das Land erhielten sie vom Bischof von Ribe (s. d.)
Die ersten aus Holz errichteten Gebäude fielen bald einem Brand zum Opfer und wurden ab 1225 in Ziegelbauweise neu errichtet.
Nach der Reformation wurde das Kloster 1548 aufgegeben und verfiel. Erhalten blieb die mehr als 700 Jahre alte Klosterkirche. Ihr Glockenspiel mit 49 Glocken stammt von König Frederik IX.. Es war das größte im Norden.
Neben der Kirche befindet sich ein Schloss, das 1581 von dem Herzog von Gottorf als Jagdschloss angelegt wurde.
Lügumkloster ist heute auch eine Kleinstadt typisch deutsch-schleswigscher Prägung.

Lürschauer Heide
Am Ochsenweg (s. d.) in Angeln (s. d.) gelegen. Hier fand am 28. September 1043 die Schlacht an der Lürschauer Heide statt, in der 15.000 Wenden erschlagen wurden. Sieger war König Magnus von Norwegen. In der Schlacht fiel auch der Wendenkönig Ratibor.

Lund
Heuland. Findet sich in Ortsnamen wieder (z.B. Adelbylund).

Lundsgaard
Im 15. Jh. wurde erstmals von dem Gut berichtet. Es war ein Edelgut und Herrenmannensitz (s.d.)
1580 wurde das erste Herrenhaus erbaut das 1730 abbrannte. 1757 folgte das zweite und 1779 erbaute Conrad von der Wisch das jetzige Herrenhaus auf Gut Lundsgaard bei Grundhof. Besitzer waren im Laufe der Jahrhunderte u. a. die Adelsgeschlechter von der Wisch, die von Rantzaus, die von Wulfframsdorf. 1787 wurde das Gut parzelliert. 1861 pachtet der Grundhofer Küster Henning August Karstens den Hof von Jakob Diederichsen aus Löstrup. Dieser stirbt 1867. Wilhelm Nikolaus Karstens kauft 1871 den Hof von der Erbengemeinschaft Diederichsen. 1908 pachtet Asmus Petersen aus Bockhomwik (verheiratet mit Amalie Karstens) den Hof und kauft ihn 1913. Als Saatzuchtbetrieb wurde es weit über die Grenzen hinaus bekannt.

Luusangeln
(angeliter Platt). Wörtlich: lausiges Angeln. Eine herablassende Bezeichung für den westlichen an die Geest angrenzenden Teil Angelns, der sich durch besonders unfruchtbaren, sandigen Boden auszeichnete. Wer hier lebte hatte schlechte Erträge und war lausig arm.

Luxusverordnung
Am 22. März 1551 wurde für Schleswigs Harden eine Luxusverordnung erlassen. Grund dafür waren die viel zu üppigen Feste bei Hochzeiten, Taufen und Begräbnissen. Zu Hochzeiten durften am 1. und 2. Tag nicht mehr als 30 Personen geladen werden und am 3. Tag nur engste Freunde.
Kindtaufen durften nur noch einen Tag gefeiert werden und zwar nur von den Gevattern, Vater, Mutter, Schwester, Bruder, Kinder und 4 der nächsten Freunde. Es durften nicht mehr als fünf Mahlzeiten gereicht werden. Für jede weitere Person oder jedes weitere Gericht wurden 40 Mark Brüche (s. d.) erhoben